{"id":2098,"date":"2020-12-08T17:18:53","date_gmt":"2020-12-08T16:18:53","guid":{"rendered":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/?page_id=2098"},"modified":"2021-12-22T15:50:44","modified_gmt":"2021-12-22T14:50:44","slug":"zuercher-konkrete","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/?page_id=2098","title":{"rendered":"Z\u00fcrcher Konkrete"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; background_color=&#8220;#07a1e2&#8243; width=&#8220;100%&#8220; height=&#8220;768px&#8220; height_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px||false|false&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_2,1_2&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; width=&#8220;100%&#8220; module_alignment=&#8220;left&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;|auto||721px|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;|20px||20px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/lohse_pla_meissner_mod_ser.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; width=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;||1px||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px|0px|0px|0px||&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; text_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; text_font_size=&#8220;12px&#8220; text_line_height=&#8220;1.6em&#8220; custom_margin=&#8220;580px||||false|false&#8220;]Mephistos Werkstatt, Hamburg, \u201e4 Z\u00fcrcher Konkrete\u201c, 1976, 80 x 60 cm, Farbsiebdruck, \u201eF\u00fcnfzehn vertikale systematische Farbreihen mit richtungsgleicher Diagonalf\u00fchrung\u201c, 1975, (Blatt 6 aus Portfolio: \u201e3 Modulare Ordnungen \u2013 3 Serielle Ordnungen\u201c)[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;55px||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK1&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><strong>Steckbrief Z\u00fcrcher Konkrete<\/strong><\/span><br \/> <\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><strong><\/strong><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><em>Im Anschluss an die Kunstausstellung 1936 in Z\u00fcrich \u201e Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik\u201c bildete sich die \u201e Z\u00fcrcher Schule der Konkreten\u201c als loser Zusammenschluss von K\u00fcnstlern, die die bis dahin entwickelten Prinzipien konstruktiver konkreter Kunst in ihren Arbeiten umgesetzt hatten. \u00dcberzeugt davon, dass das Kunstwerk nicht aus der Natur abstrahiert, sondern eine eigene Wirklichkeit aus Formen und Farben besitzt, schlossen sie an die bis dahin sich herausgebildeten funktionalen konstruktiven Prinzipien an, betonten aber vor allem die sich dadurch entwickelte, eigenst\u00e4ndige konkrete Realit\u00e4t dieser Oeuvres.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><em>Wenige Jahre nach Aufl\u00f6sung der \u201ede Stijl\u201c-Gruppe und Schlie\u00dfung des \u201eBauhauses\u201c hatte sich dadurch die M\u00f6glichkeit geboten, die bis dahin entwickelten Ideen konstruktiver konkreter Kunst trotz Stalinismus und NS- Diktatur in der neutralen Schweiz weiter zu entwickeln und Grundlagen f\u00fcr einen Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg zu legen. Hier sind vor allem die Schweizer K\u00fcnstler Richard Paul Lohse und Max Bill neben Camille Graeser, Leo Leuppi und Verena Loewensberg zu nennen, die durch ihre vielseitigen Arbeiten in bildender Kunst, angewandter Kunst, Architektur etc. und umfangreicher theoretischer Begr\u00fcndungen zur weiteren Vertiefung und Verbreitung dieser eigenst\u00e4ndigen Kunstentwicklung beitrugen. H\u00e4ufig als \u201e3. Generation\u201c konstruktiv-konkreter K\u00fcnstler bezeichnet, waren sie vor allem an der Systematisierung in den Bereichen Typographie und Industrie-Design sowie darauf ausgerichteter Institutionen in den 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts beteiligt.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><em> Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Gr\u00fcndung der \u201eHochschule f\u00fcr Gestaltung\u201c in Ulm, in der Max Bill als Gr\u00fcndungsdirektor sich in Tradition und Weiterentwicklung der Ideen des Bauhauses um die Mitwirkung noch lebender Avantgarde &#8211; K\u00fcnstler (u.a. Josef Albers, Johannes Itten, Mies van der Rohe) bem\u00fchte und auch jungen K\u00fcnstlern und Kulturwissenschaftlern (u.a. Eugen Gomringer, Eugen Kogon, Max Bense) zukunftsrelevante Gestaltungsm\u00f6glichkeiten bot. <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><em>Im Gegensatz zu einer gr\u00f6\u00dferen Zahl an Stellen f\u00fcr Gastdozenten erhielt Vordemberge- Gildewart ein Angebot f\u00fcr eine dauerhafte Dozentur f\u00fcr \u201evisuelle gestaltung\u201c. Dazu schrieb Bill 1954 an ihn: \u201eich m\u00f6chte an jener stelle ausser der typographie doch gern jemanden haben, der selbst ein freier k\u00fcnstler ist. da ja die visuelle gestaltung gleichzeitig am \u00e4ussersten ende das sammelbecken f\u00fcr jene darstellt, die so wahnsinnig begabt sind, dass sie glauben, die welt mit eigenen bemalten leinw\u00e4nden begl\u00fccken zu m\u00fcssen. deshalb komme ich auf dich : im praktischen erprobt und im k\u00fcnstlerischen auf unserer linie\u201c (22.5.1954 Brief von Bill an VG in: Museum Wiesbaden 1997, Bd. 1, S.207) Vordemberge-Gildewart nahm die Berufung an, zog mit seiner Frau nach Ulm und arbeitete dort bis zu seinem Tode 1962.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><em><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #07a1e2;\"><em><\/em><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;-4px|||||&#8220; custom_padding=&#8220;30px||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;4371px&#8220; height=&#8220;1000px&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK2&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Ziele und Perspektiven<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: inherit; font-weight: normal; font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm6\">Im Wissen um die unterschiedlichen Entwicklungen der logisch-rationalen Formensprache der europ\u00e4ischen Avantgarde aus den 1910- und 1920er Jahren sahen vor allem Max Bill (1908\u20131994) und Richard Paul Lohse (1902\u20131988) es als ihr \u00fcbergeordnetes Ziel an, das Erbe dieser Kunstbewegungen mit internationalem Renommee weiter zu entwickeln.\u00a0<\/span><span class=\"tm7\">Deren zentralen Gedanken, die Welt nicht durch Kunst (nur) zu interpretieren, sondern auch in ihrem Gef\u00fcge zu erkennen, zu ver\u00e4ndern und beeinflussen zu k\u00f6nnen, nehmen sie auf und versuchen vor allem die dabei relevanten geistigen (geometrischen) Ordnungssysteme hinsichtlich der Formen und Farben weiter zu systematisieren.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">read more:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dies zeigte sich schon in einer ersten Begriffskl\u00e4rung durch <\/span><span class=\"tm7\">Max Bill<\/span><span class=\"tm6\"> im Katalog zur Z\u00fcricher Ausstellung 1936, in der er in Abgrenzung gegen\u00fcber dem Bereich der abstrakten Kunst auf bisherige gemeinsame Prinzipien verwies und <\/span><span class=\"tm6\">gleichzeitig den Begriff \u201ekonkret\u201c in Anlehnung an Theo van Doesburg pr\u00e4zisierte:<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm8\">konkrete kunst nennen wir jene kunstwerke, die aufgrund ihrer ureigenen mittel und gesetzm\u00e4ssigkeiten \u2013 ohne \u00e4usserliche anlehnung an naturerscheinungen oder deren transformierung, also nicht durch abstraktion \u2013 entstanden sind. konkrete kunst ist in ihrer eigenart selbstst\u00e4ndig. sie ist der ausdruck des menschlichen geistes, f\u00fcr den menschlichen geist bestimmt, und sie sei von jener sch\u00e4rfe, eindeutigkeit und vollkomenheit, wie dies von werken des menschlichen geistes erwartet werden muss. konkrete malerei und plastik ist die gestaltung von optisch wahrnehmbarem. Ihre gestaltungsmittel sind die farben, der raum, das licht und die bewegung [&#8230;] konkrete kunst ist in ihrer letzten konsequenz der reine ausdruck von harmonischem mass und gesetz. sie ordnet systeme und gibt mit k\u00fcnstlerischen mitteln diesen ordnungen das leben [&#8230;] sie erstrebt das universelle und pflegt dennoch das einmalige. sie dr\u00e4ngt das individualistische zur\u00fcck, zugunsten des individuums<\/span><span class=\"tm6\">&#8220; (Katalog zur Ausstellung \u201eZeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik\u201c in Staber 1966, S. 7-8). <\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Zentraler Gedanke ist, nicht die Welt durch Kunst zu interpretieren, sondern die Welt in ihrem Gef\u00fcge zu <\/span><span class=\"tm8\">erkennen,<\/span><span class=\"tm6\"> zu <\/span><span class=\"tm8\">ver\u00e4ndern\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">und <\/span><span class=\"tm8\">beeinflussen <\/span><span class=\"tm6\">zu k\u00f6nnen. Entsprechend wird dabei eine \u00c4sthetik wirksam, die nicht das Sch\u00f6ne pr\u00e4zisiert, sondern nach den <\/span><span class=\"tm8\">Erkenntnism\u00f6glichkeiten <\/span><span class=\"tm6\">durch Kunst fragt. F\u00fcr Bill besitzt Kunst dabei einen Sonderstatus, da sie, befreit von N\u00fctzlichkeitserwartungen und zweckrationalen Vorgaben, dem Menschen eine Freiheits-Sph\u00e4re bietet, ein Reservat, in dem keine Kompromisse gemacht werden m\u00fcssen, wobei Freiheit nicht mit beliebiger Vielfalt verwechselt werden darf, im Gegenteil ergibt sie sich f\u00fcr ihn erst im R\u00fcckgriff auf eine <\/span><em><span class=\"tm8\">Elementarisierung <\/span><\/em><span class=\"tm6\">in der Kunst.\u00a0<\/span><\/span><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">In Analogie zum Alphabet und dessen \u00fcberschaubarer Zahl an Buchstaben und Regeln oder der begrenzten Notation der Musik sollte auch die Kunst versuchen, aus einem Minimum an elementaren Mitteln ein Maximum an Ausdrucksm\u00f6glichkeiten zu schaffen. Entsprechend ist es eine vordringliche Aufgabe der Kunst, ihre Basisbedingungen in einem besonderen System zu bestimmen. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr Bill spielen dabei geometrische Ordnungsprinzipien eine grundlegende Rolle. Indem der K\u00fcnstler sie beachtet, macht er ein im Sinne Hegels \u201egeistiges Experiment\u201c. Als Beispiel dient Bill die Musik und dort speziell die Bach\u2019sche Fuge, von der er sagt:\u00a0<\/span><em style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm8\">diese musikalische form beruht nicht auf naturerscheinung, sondern ist die rein geistige sch\u00f6pfung des themas, welches durch phantasievolle, plan- und gesetzm\u00e4\u00dfige bearbeitung verwandelt und gesteigert wird, und dadurch die der musik eigene wirkung, eines totalen ablaufs innerhalb von raum und zeit, vollendet entstehen l\u00e4sst<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (Bill 1936,1944,1946 in Riese 2001, S. 203).<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Trotz dieses Anspruchs einer geistigen Sch\u00f6pfung schlie\u00dft Bill als Bauhaussch\u00fcler nicht aus bzw. forciert dies sp\u00e4ter, dass die dadurch geschaffenen Objekte auch zu Gebrauchsgegenst\u00e4nden werden k\u00f6nnen: \u201e<\/span><em><span class=\"tm8\">durch die formung nehmen die entstehenden werke konkrete formen an, sie werden aus ihrer rein geistigen existenz in tatsache umgesetzt, sie werden zu gegenst\u00e4nden, zu optischen und geistigen gebrauchsgegenst\u00e4nden<\/span><\/em><span class=\"tm7\">\u201c( Bill 1936,1944, 1946, S.29 in Riese 2008,S. 202). Wodurch die alte Trennung zwischen reiner Kunst und utilitaristischen Gegenst\u00e4nden, die noch die Anf\u00e4nge der konstruktiven Kunstbewegung bestimmt hatte, \u00fcberbr\u00fcckt wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Anders als noch van Doesburg wenige Jahre vorher, spricht Bill auch zunehmend nicht mehr von konkreter kunst, sondern von <\/span><em><span class=\"tm8\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>konkreter gestaltung&#8220;<\/span><\/em><span class=\"tm6\">. Dabei ist die Orientierung an der Logizit\u00e4t der Mathematik f\u00fcr ihn nicht eine schlichte \u00dcbernahme der Mathematik in der Kunst, sondern die Anwendung logischer Prinzipien bei der konkreten Gestaltung durch den K\u00fcnstler wie er 1949 betont:\u00a0<\/span><\/span><em style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm8\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>d<\/span><span class=\"tm8\">ie mathematische denkweise in der heutigen kunst ist nicht die mathematik selbst, ja sie bedient sich vielleicht kaum dessen, was man unter exakter mathematik versteht. sie ist vielmehr eine anwendung logischer denkvorg\u00e4nge zur gestaltung von rhythmen und beziehungen, von gesetzen, die individuellen ursprung haben, genauso wie andererseits auch die mathematik ihren ursprung hat im individuellen denken der bahnbrechenden mathematiker. wie die euklidische geometrie f\u00fcr den heutigen wissenschaftler nur noch bedingt g\u00fcltigkeit besitzt, so gilt sie auch f\u00fcr die kunst nur noch beschr\u00e4nkt. genauso, wie der begriff der endlichen unendlichkeit f\u00fcr mathematisches und physikalisches denken notwendiges hilsmittel ist, so ist er notwendiges mittel k\u00fcnstlerischen gestaltens geworden&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (Bill 1949 in Weinberg-Staber 2001, S. 81).<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter erweiterte Bill diese Perspektive und bewertete sie in ihrer Komplexit\u00e4t neu: <\/span><em><span class=\"tm8\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>heute ziehe ich es vor, diesen gestaltungsprozess nicht mehr, wie vor drei\u00dfig jahren, als mathematische, sondern als logische methode zu bezeichnen. das hei\u00dft, jeder teil des kreativen vorgangs entspricht schritt f\u00fcr schritt logischen operationen und deren logischer \u00fcberpr\u00fcfung<\/span><span class=\"tm6\">&#8220; (Bill 1978 in Holz 2001, S. 162).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Wie ein roter Faden wird das Oeuvre von Bill, seine weltweit platzierten Plastiken und seine Malerei, bestimmt, durch die Verwendung<\/span><em><span class=\"tm6\"> \u201e<\/span><span class=\"tm8\">gleicher Elemente<\/span><span class=\"tm6\">\u201c <\/span><\/em><span class=\"tm6\">und<\/span><em><span class=\"tm6\"> \u201e<\/span><span class=\"tm8\">gleicher Gruppen<\/span><span class=\"tm6\">\u201c<\/span><\/em><span class=\"tm6\">, wodurch eine komplexe Wirkung entsteht,<\/span><em><span class=\"tm6\"> \u201e<\/span><span class=\"tm8\">im umgekehrten Verh\u00e4ltnis zur Reduktion der Mittel<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c<\/em> <em>(Staber 1971, S. 11)<\/em>. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Ein Beispiel daf\u00fcr ist seine erste systematische Untersuchung des Formprinzips, die er in der Grafikmappe \u201equinze variations sur un meme theme\u201c 1938 in Paris vorstellte, wo er aus einem Dreieck in Einzelschritten ein Achteck entwickelt, und in jedem Schritt die Formen oder Farben ver\u00e4ndert.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">Dieses Bem\u00fchen um Reduktion und gleichzeitiger Vielfalt dr\u00fcckt sich auch aus in der Kennzeichnung<\/span> <span class=\"tm7\">seiner Plastiken, die er z.B. <em>\u201ekonstruktion aus einem kreisring\u201c<\/em>, <em>\u201eunendliche schleife aus einem kreisring\u201c<\/em>, <em>\u201efamilie von f\u00fcnf halben kugeln\u201c<\/em>, <em>\u201ekontinuit\u00e4t\u201c<\/em> etc. nennt. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr seine Malerei, in der ein m\u00f6glichst neutraler formaler Unterbau die Farbaktion bestimmt. Auf diese Weise entstehen vor allem Bildkombinationen, die eine kontrollierte und variable Verteilung der darin verwendeten Farben zeigen, und die er z.B. <em>\u201e<\/em><\/span><em>acht farben im horizontal-diagonal-quadrat<\/em><span class=\"tm7\"><em>&#8222;,<\/em> <em>\u201e<\/em><\/span><em>konstruktion mit zwei<span class=\"tm7\"> <\/span>gruppen<\/em><span class=\"tm7\"><em>&#8222;<\/em>, <em>\u201e<\/em><\/span><em>konstruktion aus zehn vierecken&#8220;,<\/em> <em>\u201eenergie mit weissen fl\u00e4chen&#8220;<\/em>, <em>\u201evier \u00fcberlagerte helligkeiten&#8220;<\/em> <span class=\"tm7\">etc. nennt<\/span>. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Die Orientierung an geometrischen Grundformen, seit Malewitsch und Mondrian ein zentrales Thema der Avantgarde, besitzt f\u00fcr Bill, wenn auch in anderer Ausgestaltung eine wesentliche Bedeutung innerhalb seiner <span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\"><em>Funktions\u00e4sthetik<\/em>&#8222;<\/span> <em>(Riese 2008, S.217)<\/em>. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Auch wenn die Bilder von <\/span><span class=\"tm7\">Richard Paul Lohse<\/span><span class=\"tm6\"> durch ihre geometrischen Farbkombinationen denen von Bill zun\u00e4chst sehr \u00e4hnlich sind, und beide Schweizer K\u00fcnstler gemeinsam den Z\u00fcricher Konkreten gez\u00e4hlt, entwickelte Lohse eigene Ziele und Prinzipien, die man nach Riese eher als \u201e<\/span><em><span class=\"tm8\">Struktur\u00e4sthetik&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (Riese 2008, S. 217) <\/span><\/em><span class=\"tm6\">bezeichnen kann. W\u00e4hrend Bill funktional denkt und in Analogie zur Geometrie und Musik versucht, auch f\u00fcr die Kunst einen funktionalen Formbegriff zu etablieren, entwickelt Lohse ein Struktursystem der Kunst, bei dem sich die spezifische \u201e<\/span><em><span class=\"tm8\">Inhaltlichkeit in logisch<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm8\">nachvollziehbaren Schritten aus dem System heraus<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c (Riese 2008, S. 214)<\/em><\/span><span class=\"tm6\"> ergibt. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dadurch entstehen Bilder, die durch ihre farbigen Fl\u00e4chen zun\u00e4chst h\u00e4ufig keiner \u00fcbergeordneten Figur zu entsprechen scheinen und erst bei intensiver Besch\u00e4ftigung, nach einem erneuten \u201eLesen&#8220; der meist reihenf\u00f6rmig angeordneten, rechteckigen Felder, ihre systematische Struktur erkennen lassen. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dabei hat Lose das ganze Gewicht <span style=\"font-size: medium;\"><em>\u201eauf die Reinheit des konstruktiven, ideellen Ansatzes und auf seine konsequente Durchf\u00fchrung verlegt\u201c (Albrecht 2002, S. 64). <\/em><\/span>D.h. zentral f\u00fcr seine Arbeiten ist eine vorausgehende Planung, die sich in einer rationalen Methode der Bildgestaltung widerspiegelt und ihn zu der Aussage veranlasst: <\/span><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm8\">Die Methode ist das Bild selbst<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c <span style=\"font-size: medium;\">(Lohse Entwicklungslinien 1940- 61, S. 89).<\/span><\/em> Die auf diese Weise immer genau komponierten Arbeiten zeichnen sich durch zwei wesentliche Strukturmerkmale aus: spezifische <\/span><span class=\"tm8\"><em>Form<\/em>&#8211;<\/span><span class=\"tm6\">Bedingungen und besondere <\/span><em><span class=\"tm8\">Farb<\/span><\/em><span class=\"tm6\">-Konfigurationen. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bei der <\/span><em><span class=\"tm8\">Form-Gestaltung<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> orientierte sich Lohse ebenso wie Bill mit Bezug auf Mondrian an Rechtecken bzw. Quadraten, dem rechten Winkel und geraden Linien. Im Bem\u00fchen, einen elementaren \u00fcberindividuellen Ausgangspunkt f\u00fcr die Bildkomposition zu finden, spielt der &#8222;rechte Winkel&#8220; f\u00fcr ihn eine besondere Rolle, da diesem innerhalb der Geometrie eine zentrale Rolle zugeschrieben werden kann. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse nennt dies auch die Suche nach der <em>\u201eAnonymit\u00e4t der Form&#8220;<\/em>. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Durch Reihungen der Quadrate, Rechtecke und Linien ergeben sich in der Bildgestaltung unterschiedliche Proportionen, die bei bestimmter Betrachtung eine Dynamik hinsichtlich horizontaler, vertikaler oder diagonaler Sichtweise ergeben k\u00f6nnen. Obwohl Lohse dabei nur die operationale Methode der Addition und der Reihung benutzt, ist es erstaunlich, welche Variabilit\u00e4t sich dadurch ergeben kann. Dabei unterscheidet er zwischen <em>\u201eModularen Ordnungen\u201c<\/em> und <em>\u201eSeriellen Ordnungen\u201c<\/em>. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><em><span class=\"tm8\">Modulare Ordnungen<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> gehen mit Bezug auf den Begriff \u201eModul&#8220; von einem Grundma\u00df bzw. feststehenden Ma\u00dfrelationen oder Proportionen aus. Bekannt sind solche Modulordnungen z.B. seit Jahrhunderten in der Architektur. Anders als dort, wo die plastische Form z.B. eines griechischen Tempels hinter der naturalistischen Baustruktur verborgen ist, geht es Lohse darum, solche elementaren Formen in seiner Kunst offen zu legen. Werden sie bei einem Bild konsequent geplant, ergeben sich <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm8\">weitere horizontale, vertikale, diagonale und rotative Bewegungen<\/span><span class=\"tm6\">\u201c <span style=\"font-size: medium;\">(Lohse, Interview 1970 in Amman 1971).<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><em><span class=\"tm7\">Serielle Ordnungen<\/span><\/em> werden dagegen von Reihenthemen bestimmt, worunter gleichm\u00e4\u00dfige, progressive und degressive Abl\u00e4ufe zu verstehen sind, die den Eindruck von horizontalen, vertikalen und diagonalen Bewegungen auf der Bildfl\u00e4che erzeugen. Dabei wird der Bewegungseffekt der Reihen durch an- und abschwellende Impulse erzeugt.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Ohne Beachtung der <\/span><em><span class=\"tm8\">Farbe<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> sind solche ver\u00e4ndernden und dynamischen Eindr\u00fccke bei einer Bildwahrnehmung jedoch nur schwer zu erreichen. Die Farbe ist daher neben den elementaren Formen (rechter Winkel, Quadrat, Linie) ein zentraler Faktor der <span class=\"tm6\">\u201e<\/span>Struktur\u00e4sthetik&#8220; Lohses. Durch die farbigen Differenzierungen entstehen einzelne Fl\u00e4chenelemente, die sich durch Helligkeits- und Farbkontraste voneinander absetzen, wobei die Formelemente als Rechteck, Quadrat oder Streifen oft erst durch die Farbe sichtbar werden. D.h., der Kontrast oder die Ausdehnung der Form eines Elements ergibt sich erst durch die Farbe bzw. ist mit dieser identisch. <\/span><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm8\">Form und Farbe heben sich als Gegensatz auf. Es entstehen die Probleme gro\u00dfer Zahlenordnungen und limitierter Farbfolgen, der Farbdurchdringung, der Farbengleichheit, der Farbkombinatorik<\/span><span class=\"tm8\">&#8222;<\/span><span class=\"tm8\"> <\/span><\/em><span class=\"tm7\"><em>(Lohses Rede anl\u00e4sslich der Verleihung des Kunstpreises Z\u00fcrich 3.11. 1973 in: Holz u.a. 2002, S. 215).<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Ebenso wie bei den Formen, bei denen Lohse dem rechten Winkel und daraus abgeleiteten Formen eine \u00fcberindividuelle <em>\u201eAnonymit\u00e4t\u201c<\/em> zuweist, um von dort aus die Vielfalt des <em>\u201elimitiert-unlimitierten Systems\u201c<\/em> zu dokumentieren, ist er auch bestrebt, dies f\u00fcr die Farbgestaltung zu erreichen. Hilfreich sind dabei zun\u00e4chst die fundamentalen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, die sich vor allem aus dem Komplement\u00e4rgesetz der Farben ableiten lassen. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Unklar bleibt f\u00fcr ihn aber, wie weit dieser aus der psychisch-physischen Wahrnehmung des Menschen entwickelten Systematik, auch eine allgemeine objektivierbare Bedeutung zugeschrieben werden kann, um eine \u00fcberpers\u00f6nliche <em>\u201eAnonymit\u00e4t\u201c<\/em> f\u00fcr den Bereich der Farbe in der Kunst zu erreichen. Lohse beendete diese Suche nach einem neutralen Ausgangspunkt mit einem Kompromiss, worauf Albrecht verweist:<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm8\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>Jedoch ist die Tendenz oder sogar N\u00e4he der in der Malerei verwendeten \u201areinen\u2018 Farben zu den physikalischen Spektralfarben nicht zu \u00fcbersehen. Das Spektrum wiederum zeigt unter normalen Bedingungen immer die gleiche Folge reiner bunter Qualit\u00e4ten [&#8230;]. Der \u00fcberindividuelle Ausdruck der reinen Farben kann in dem gleichen Sinne verstanden werden, wie es vorher f\u00fcr den rechten Winkel und das Rechteck dargelegt worden ist&#8220; <\/span><span class=\"tm7\">(Albrecht 2002, S. 74).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Auf der Basis der elementaren \u201eanonymen\u201c Form- und Farbbestimmung entwickelte Lohse seine <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm8\">neue Gestaltung<\/span><\/em><span class=\"tm7\"><em>\u201c<\/em> einer Bildentstehung. Zentral bleibt dabei die Farbe. Ausgehend von einem vorher geplanten Thema kann sie: <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\">I.\u00a0 Elemente verbinden und trennen<br \/><\/span><span style=\"font-size: medium;\">II. <\/span><span style=\"font-size: medium;\">Rhythmen bilden und Reihungen aktivieren durch:<\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Gruppenordnungen bzw. Strukturordnungen<\/span><\/li>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">diagonale und symmetrisch-asymmetrische Systeme<\/span><\/span><\/li>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">rotative Systeme bzw. modulare Ordnungen<\/span><\/span><\/li>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">serielle Systeme bzw. serielle Ordnungen<\/span><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Zu I.: Eine einfache Weise zwei Elemente miteinander zu verbinden ist die gleiche Farbgebung. Bei gemeinsamer Grenze flie\u00dfen sie ineinander, bilden eine gr\u00f6\u00dfere Einheit. Sind sie getrennt angeordnet, muss der Betrachter ein Zwischenfeld gedanklich \u00fcberspringen etc.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Zu II.: Die einfache Rhythmisierung kann durch regelhafte Wiederholung eines Elements oder einer Gruppe gleichbleibender Abst\u00e4nde erreicht werden. Bei st\u00e4ndigem Wechsel durch Dopplung, Auslassung oder Umkehrung kann sich u.U. auch der Eindruck einer Dynamik ergeben. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Auf diese Weise entsteht ein Bild als Strukturfeld mit hohen Symmetrieeigenschaften und einer scheinbar unbegrenzten Variationsbreite. Wesentlich daf\u00fcr ist die Vielfalt der Farbabstufungen, die oft Symmetrien ergeben, die dem ersten Blick noch verborgen bleiben, und erst nach intensivem \u201eLesen\u201c der Bildgestaltung erkannt werden. Ebenso wie Bill versucht auch Lohse, dem Betrachter dies zu erleichtern durch die Kennzeichnung seiner Bilder und einer zus\u00e4tzlichen Information zur perspektivischen Wahrnehmung:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;||-3px|||&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Mit dieser systematischen, konstruktiven und planvollen Arbeitsweise glaubte Lohse, einen wesentlichen Beitrag zur Kunstentwicklung seiner Zeit geleistet zu haben, wie er 1980 r\u00fcckblickend in einem Vortrag betonte: <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>Keine andere Kunstform als die konstruktive hat innerhalb der visuellen Gestaltung einen so gro\u00dfen Anteil an der f\u00fcr unsere Zeit charakteristischen Erscheinung: dem strukturellen Denken. Ohne dieses und ohne die grunds\u00e4tzliche theoretische und praktische Vorleistung der konstruktiven Kunst w\u00e4re die Ausweitung zu andern Ausdrucksformen innerhalb der systematischen Gestaltung nicht m\u00f6glich gewesen<span class=\"tm6\">\u201c<\/span> <\/span><span class=\"tm6\">(Vortag an der Rijks-Universit\u00e4t Limburg 4. 11. 1980 in Holz u.a. 2002, S. 91). <\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\">Neben dem Kontakt zu Bill, der durch die Berufung Vordemberge-Gildewats nach Ulm noch vertieft worden war, verband auch Lohse und VG seit 1946 eine K\u00fcnstlerfreundschaft mit sehr \u00e4hnlichen Ansichten. Nach einer Pause wurde sie ab 1958 wieder aktiv gelebt, wie u.a. ein Brief von VG an Lohse zeigt: \u201e<\/span><em><span class=\"tm6\">z<\/span><span class=\"tm7\">um schluss m\u00f6chte ich nicht unvermeldet lassen, dass ich seit 1955 in unserer abteilung den studierenden mehr als 100 farbige dias jedes jahr zeige, die fast die gleiche entwicklung zeigen, wie du sie in deiner ausgezeichneten publikation demonstrierst&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (VG Briefwechsel Bd. I ,S. 80).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><strong><span class=\"tm8\"><\/span><\/strong><span class=\"tm6\">Wie eng der kollegiale Kontakt war, zeigte sich auch an wechselseitigen Ausstellungsaktivit\u00e4ten. 1959 gab Lohse mit seiner Frau Ida Alis eine Vordemberge-Gildewart Bildbiografie heraus und ein Jahr sp\u00e4ter fand mit deutlicher Unterst\u00fctzung durch Vordemberge-Gildewart eine Lohse-Ausstellung im Museum der Stadt Ulm statt.<\/span><strong><span class=\"tm8\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Wie Lohse die Arbeiten VGs sch\u00e4tzte und ihn als einen Weggef\u00e4hrten seiner Struktur\u00e4sthetik ansah, zeigt auch sein Kommentar \u00fcber eine Ausstellung VGs im <span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><\/span>studio f&#8220; 1962 in Ulm: <em><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><\/span><\/em><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">Erstaunlich ist bei Vordemberge die einzigartige Verbindung von lapidarer Kraft mit au\u00dferordentlicher Behutsamkeit in der Behandlung der farblichen Probleme. [\u2026] Mit sicherer Hand werden Breite und H\u00f6he der dunkelfarbig angelegen Bandelemente sowie die dazwischen liegenden wei\u00dfen Intervalle, die die Ma\u00dfwerte des vertikalen Rhythmus bestimmen, differenziert und auf subtilste Weise akzentuiert. Vertikal gef\u00fchrte, vibrierende, verschiedenfarbige Linien bringen die breiten B\u00e4nder in Schwingung\u201c <\/span>(In: \u201eWerk\u201c, 49, Jg Nr. 1, S. 22-23, Winterthur 1962).&#8220;<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK3&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;2811px&#8220; custom_margin=&#8220;100px||||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;9px|||||&#8220;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Legitimation und gesellschaftlicher Bezug<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">Kennzeichnend f\u00fcr die den Anspruch der \u201ezweiten Generation\u201c konstruktiv-konkreter K\u00fcnstler vor allem in der Schweiz nach dem 2. Weltkrieg war das, was Richard Paul Lohse 1946 zu einer Ausstellung von Max Bill schrieb, wobei insbesondere f\u00fcr Lohse neben der besonderen \u00c4sthetik immer auch ein gesellschaftspolitischer Auftrag verbunden war: <\/span><em><span class=\"tm8\">\u201eDie Verbindung von funktionell logisch sich entwickelnden Formen und Farben und der gleichzeitigen \u00e4sthetischen Gestaltung derselben ist eine Aufgabe, welche sich jedem Schaffenden, der nach \u00fcberindividuellen Ordnungen strebt, heute stellen muss. Die konkrete Kunst weist auf Probleme hin, die mit der Formung des Raumes an und f\u00fcr sich zu tun haben, sei dies in der Architektur oder der Kunst. Die konkrete Kunst besitzt dadurch einen universellen Charakter. Oft f\u00fcr denjenigen, der im Kampfe um sein Brot steht, nicht leicht erkennbar, manifestiert sich doch in diesen Arbeiten eine soziale Grundhaltung, welche aus der Vereinzelung zu einer \u00fcberindividuellen Ordnung gelangen will. Diese Haltung ist es auch, die jeden interessieren muss, der aus einer solchen Einstellung heraus die Arbeiten Bills betrachtet<\/span><\/em><span class=\"tm7\">\u201c(Holz u.a. 2002, S. 66).<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">read more:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">In seinem Buch \u201eSeins-Formen\u201c (2001) spezifiziert Hans Heinz Holz diese Gedanken bezogen auf die theorieorientierten Arbeiten von Lohse: <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/em><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\">In Lohses Werk geht also mehr ein als nur ein formaler Schematismus. Aus ihnen spricht eine Bildgesinnung, derzufolge der \u00e4sthetische Gehalt zugleich als ein ethischer Imperativ auftritt: Bildrationalit\u00e4t ist ein Gebot zur rationalen Lebensf\u00fchrung, rationale Lebensf\u00fchrung ist die Bedingung der M\u00f6glichkeit menschlicher Freiheit. Lohses Bilder sind \u00e4\u00fc\u00dferst formalisierte Modelle einer Welt, in der ein Gleichgewicht aller einzelnen unter einem Gesetz hergestellt ist, das die Harmonie und Gelungenheit des Ganzen garantiert&#8220; <span class=\"tm6\">(Holz 2001, S. 92f.)<\/span>.<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><br \/> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Beide Rechtfertigungsversuche, sowohl die <\/span><em><span class=\"tm7\">immanente Legitimation<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> mit philosophischen Bez\u00fcgen der konstruktiven konkreten Kunst auf dem Hintergrund der Kunstgeschichte als auch ihr bewusster Bezug zu <\/span><em><span class=\"tm7\">gesellschaftlichen Entwicklungen<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> einer Epoche, bestimmen das Selbstverst\u00e4ndnis der Z\u00fcrcher Konkreten. Wobei im Gegensatz zu Lohse Max Bill sich enger an der inhaltlichen Begr\u00fcndung formaler Kriterien seiner Werke orientierte, aber gleichzeitig gegen eine philosophische bzw. soziologische \u00dcberh\u00f6hung des immanenten Arbeitsbezugs votierte: <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>ganz besonders gef\u00e4hrlich ist es nun, sich \u00fcber fragen der philosophie, der kunst, der weltanschaung zu unterhalten, wenn man von verschiedenen begriffsdefinitionen ausgeht. denken wir nur an die unterschiedlichen auslegungen der begriffe \u201ageist\u2018, \u201ademokratie\u2018 oder \u201afreiheit\u2018, so ist es nicht verwunderlich, dass begriffe in der kunst, die scheinbar weit weniger lebenswichtig sind f\u00fcr den fortbestand einer gesitteten gesellschaft, auch weniger in ihrer pr\u00e4zisen definition bekannt sind&#8220; <\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>(Bill, 1944\/45, 1947, 1960, S. 47)<\/em>.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Diese Skepsis gegen\u00fcber voreiligen philosophischen Deutungsversuchen hinderte Bill jedoch nicht, schon f\u00fcr die Startphase der Ulmer Hochschule, den in dieser Zeit bekannten Philosophen Max Bense von der TU Karlsruhe als Gastdozent zu verpflichten. Seine <em>\u201eexakte \u00c4sthetik\u201c<\/em>, die auf informationstheoretischer und semiotischer Basis beruht, l\u00e4sst viele Bez\u00fcge zur Konkreten Kunst erkennen. Gleichzeitig warnte Bense davor, dass der Begriff des Mathematischen in einer rasant sich ver\u00e4ndernden Welt nicht ausreicht, um die, wie er es nennt, <em>\u201eSeinsweise&#8220;<\/em> des Menschen zu erfassen. <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">Denn die technische Welt l\u00e4sst es nicht zu, dass man ohne Theorie in ihr lebt<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>&#8222;<\/em><span style=\"font-size: medium;\"><em> (Bense 1949, S. 243)<\/em>.<\/span> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Wobei eine solche Theorie, Bense nennt sie <em>\u201eexistentielle Ontologie\u201c<\/em>, nicht mehr in Kategorien des 19.Jahrhunderts erfasst werden kann. Vielmehr ben\u00f6tigen die komplexen Strukturen einer technischen Existenz in einer technischen Gesellschaft Erkenntnisprozesse durch den selbstbestimmten freien Menschen, bei dem die Kunst, speziell die konstruktive konkrete Kunst, einen wesentlichen Beitrag als besondere \u201ezweckfreie\u201c Erkenntnisweise leisten kann. Dies entsprach auch Lohses Vorstellungen, der bei der \u00dcbernahme mathematischer Modelle immer davor warnte, dass deren schlichte \u00dcbernahme als Nachbildung stets nur Oberfl\u00e4che abbilden kann, nicht aber zur strukturellen Wesenheit eines Ph\u00e4nomens vordringen kann <em>(vgl. Lohse 1945 In: Holz u.a. 2002, S. 109)<\/em>.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">W\u00e4hrend Bill bei diesen Diskussionen eher den direkten immanenten Bezug zum Kunstwerk betonte, versuchte Lohse immer auch eine Beziehung zum <\/span><span class=\"tm7\">gesellschaftlichen Umfeld<\/span><span class=\"tm6\">, er nennt es ein <em>\u201edialektisches Verh\u00e4ltnis\u201c<\/em> , zu definieren, um damit den Modellcharakter seiner Kunst zu dokumentieren. Dies entsprach auch Benses fr\u00fchen Ansichten, die er 1949 in seiner Utopie einer technischen Gesellschaft entwickelte: <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><em><span class=\"tm7\">Das technische Stadium erkennt, dass es ein Zeitalter geben wird, in dem die Gesellschaft eine klassenlose Gesellschaft und in dem der Staat ein absterbender Staat sein wird. Das technische Bewusstsein, das urspr\u00fcnglich ein matisches, \u00e4sthetisches, rationales Bewusstsein war, f\u00fcllt sich auf, s\u00e4ttigt sich und wird zugleich gesellschaftliches, \u00f6konomisches, politisches, klassenk\u00e4mpferisches, ethisches, revolution\u00e4res und historisches Bewusstsein<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (Bense 1949, S. 214).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Vor dem Hintergrund solcher utopischen Erwartungen an die zukunftsrelevante Wirkung der eigenen Arbeiten war es nicht \u00fcberraschend, dass die lange ausbleibende Resonanz auf die konstruktive konkrete Kunst nicht zu einer selbstkritischen Beurteilung m\u00f6glicher \u00dcberforderungen der Rezipienten f\u00fchrte. Vielmehr deutete Lohse dies eher als das Ergebnis einer immer wieder praktizierten ideologischen Rezeption der Kunstkritiker dieser f\u00fcr sie lange \u201eau\u00dfer-gew\u00f6hnlichen\u201c Kunstbewegung. <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm7\">Obwohl durch ihre Grundhaltung dem Rationalismus der Zivilisation verwandt, blieb sie eine Kunst der Au\u00dfenseiter, der eine modellhafte Leitung zur Gestaltung einer sozialen Umwelt nicht abgesprochen werden kann\u201c<\/span><span class=\"tm6\"> (Lohse<\/span><span class=\"tm7\">: Formung als Strukturprinzip einer Epoche <\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>In: Holz u.a. 2002, S. 218).<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dass dies \u00fcber viele Jahre, besonders in der Schweiz, nicht so wahrgenommen wurde, war f\u00fcr Lohse eine ideologische Fehleinsch\u00e4tzung der grunds\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeiten struktureller Kunstgestaltung. So wurde z.B. in Kunstkommentaren behauptet, die konstruktive konkrete Kunst \u201e<\/span><em><span class=\"tm7\">sei durch ihre<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">Ordnungsstruktur elit\u00e4r und damit eine St\u00fctze ungerechter sozialer Verh\u00e4ltnisse<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c<\/em>, denn sie erf\u00fclle nicht die Aufgabe, <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">eine dem Volk verst\u00e4ndliche, kritisch-realistische Darstellung zu vermitteln<\/span><span class=\"tm6\">. <\/span><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\">Im Gegensatz dazu steht die Kritik des Irrationalismus, die konstruktive Kunst sei die Kunst der Industriegesellschaft [&#8230;] durch ihren Rationalismus trage sie zur Ver\u00f6dung des Lebens und zur Versklavung des Menschen als Roboter bei. [&#8230;] Beide Str\u00f6mungen, um bei zwei charakteristischen Tendenzen dieser Zeit zu bleiben, erheben gleichzeitig den Anspruch, wirklichkeitsbezogen zu sein<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (ebd. S. 218).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">F\u00fcr Lohse bedeuteten diese popul\u00e4ren kulturpolitischen Erfahrungen aber nicht, dass seine Vorstellung eines dialektischen Verh\u00e4ltnisses von Kunst und Gesellschaft revidiert werden m\u00fcsste, denn <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">keinesfalls ist es so, dass sich Parallelerscheinungen zu gleicher Zeit ereignen, dennoch lassen sich Tendenzen und Wirkungen erkennen [\u2026] und die Anwendung \u00e4hnlicher Methoden erstrecken sich [\u2026] oftmals wie ein unterirdischer Strom, um nach einer weit auseinander liegenden Zeitspanne in vollendeteren Formulierungen wieder<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">aktiv zu werden<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (ebd. S. 219).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Aus voller \u00dcberzeugung, dass <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">systematische Gestaltungsmethoden [\u2026] Parallelen zu den Strukturen<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">unserer Zivilisation<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c<\/em> sind, und gleichzeitig diese in ihrer gesellschaftlichen Wirksamkeit in Frage stellen k\u00f6nnen, leitete Lohse den kulturkritischen Anspruch ab, auch bei begrenzter Anerkennung in der Gegenwart auf dem richtigen Weg in eine Zukunft zu sein, in der die konstruktive Kunst <\/span><span class=\"tm6\"><em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">durch die<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">Verwendung objektiver Mittel, die Durchschaubarkeit ihrer Methoden, die M\u00f6glichkeit der Vorausberechenbarkeit [&#8230;] modellhaft auf die Ver\u00e4nderung der Umwelt<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c (ebd. S. 224)<\/em><\/span><span class=\"tm6\"> einwirken kann. Lohses Zweifel, ob die Gesellschaft die Potentiale konstruktiv konkreter Kunst \u2013 von denen er lebenslang \u00fcberzeugt war \u2013 inzwischen erkannt hat, zeigen sich noch acht Jahre sp\u00e4ter in seiner Dankesrede an die W\u00fcrdentr\u00e4ger der Stadt Z\u00fcrich anl\u00e4sslich seines 85. Geburtstages: <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\">Wenn nicht einige mutige K\u00fcnstler und verst\u00e4ndnisvolle Direktoren gewesen w\u00e4ren [\u2026] Max Bill, Hans Fischli, Siegfried Giedion [\u2026] w\u00e4re die Situation in den 30er und fr\u00fchen 40er Jahren noch h\u00e4rter gewesen [\u2026] Die Koryph\u00e4en, die unsere Arbeit als unschweizerisch bezeichneten, haben jedoch nicht nur die konstruktive und konkrete Kunst abgelehnt, sondern auch die gleichgesinnten Architekten, wie z.B. Corbusier [\u2026]. Es brauchte erst die Resonanz aus dem Ausland, bis die Schweiz auf uns aufmerksam wurde, und die Qualit\u00e4t unserer Arbeit glaubhaft erscheinen lie\u00df. [\u2026] Der Mangel, die konstruktive und konkrete Kunst als eine der Epoche ad\u00e4quate Ausdrucksform zu erkennen, liegt in der allgemeinen Ignoranz gegen\u00fcber den spezifischen Ph\u00e4nomenen dieser Gegenwart und der einseitigen \u00e4sthetischen Kunsterziehung. [\u2026] Noch wird nicht erkannt, dass die konstruktive und konkrete Kunst eine Parallele zu den Erscheinungen der Zivilisation darstellt, jedoch gleichzeitig eine kritische Manifestation zu dieser ist&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (Lohse: <\/span><span class=\"tm7\">Rede in der Stiftung f\u00fcr konstruktive und konkrete Kunst <\/span><span class=\"tm6\">anl\u00e4sslich der Feier zu 85. Geburtstages 1987 Z\u00fcrich in: Holz u.a. 2002, S. 40-41).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse \u00fcbersieht dabei, dass die Schweiz, zumindest in ihrer offiziellen kulturpolitischen \u00d6ffentlichkeitsarbeit u.a. durch \u201ePro Helvetia\u201c, schon seit L\u00e4ngerem gern diese Kunstentwicklung in Bezug gesetzt hatte zu typischen Schweizer Lebensprinzipien<\/span><span class=\"tm7\">:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\">Angesichts dieser weit verbreiteten Vorurteile ist es nicht erstaunlich, dass die Z\u00fcricher Schule der Konkreten und die rationalen Formen der Abstraktion auch in der Auslandst\u00e4tigkeit von Pro Helvetia eine wichtige Rolle spielen. In den 1950er Jahren f\u00e4llt die Eingliederung der geometrischen Abstraktion in die kulturelle Au\u00dfenpolitik mit der Anerkennung dieser Kunstrichtung durch die \u00f6ffentlichen Stellen. In der ausl\u00e4ndischen Wahrnehmung der Schweiz festigt die geometrische Abstraktion das Bild eines Landes, in dem das \u00e4sthetische Ideal von einer auf Gleichgewicht und Harmonie gepr\u00e4gten Formensprache bestimmt wird&#8230;. In den Augen der ausl\u00e4ndischen Kunstkritiker und Journalisten best\u00e4tigen die Werke der Z\u00fcrcher Schule der Konkreten die der Schweiz oft zugeschriebene Qualit\u00e4tsarbeit und die vom Protestantismus abgeleitete puritanische Mentalit\u00e4t<\/span><span class=\"tm7\">&#8222;<\/span><span class=\"tm7\"> <\/span><span class=\"tm6\">(Kadelbach, Th.: <\/span><span class=\"tm7\">Die Schweiz im Spiegel der geometrischen Abstraktion <\/span><span class=\"tm6\">www. spiegelderwelt.ch\/ 25.10. 2020).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Unabh\u00e4ngig von dem st\u00e4ndigen Ringen um die kulturelle Anerkennung der f\u00fcr die Gesellschaft aus ihrer Sicht so wichtigen erkenntnisrelevanten Kunstbewegung engagierten sich Lohse und Bill auch in der allt\u00e4glichen Gesellschaftspolitik. Lohse, der schon fr\u00fch seinen Vater verloren hatte und in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen aufgewachsen war, entwickelte als Jugendlicher sein sozialpolitisches Engagement. W\u00e4hrend des 2. Weltkrieges unterst\u00fctze er in einer antifaschistischen Organisation Migranten. Auch Bill half in dieser Zeit Verfolgten aus Nazi-Deutschland und wurde \u00fcber 50 Jahre vom Schweizer Staatsschutz observiert, nachdem er 1936 einen Journalisten versteckt hatte, der nach seiner Aufdeckung abgeschoben worden war. Nach dem 2. Weltkrieg protestierte Bill gegen die Atombewaffnung, den Vietnamkrieg und setzte sich schon in den 1950er Jahren f\u00fcr den Umweltschutz ein. Von 1961\u201368 war er Mitglied im Z\u00fcricher Stadtrat und von 1967\u201371 im Schweizer Nationalrat.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;1957px&#8220; custom_margin=&#8220;||10px|||&#8220; custom_padding=&#8220;1px||1px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;1950px&#8220; custom_margin=&#8220;|auto||auto|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK4&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;100px||2px||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;|||0px||&#8220;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\"><strong>Architektur und Baugestaltung<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\"><strong><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">Unter den \u201eZ\u00fcrcher Konkreten\u201c machte vor allem Max Bill schon fr\u00fch durch die Beteiligung an Ausschreibungen auf sich aufmerksam und verfolgte dien Schwerpunkt auch immer wieder trotz der Zunahme weiterer Aufgaben. So war er wesentlich beteiligt an der architektonischen Planung und sp\u00e4teren konzeptuellen Ausrichtung (als Gr\u00fcndungsdirektor) der Hochschule f\u00fcr Gestaltung, die nach dem 2. Weltkrieg in Ulm mit Bezug auf die Bauhaustradition gegr\u00fcndet worden war und f\u00fcr die er 1954 u.a. VG als Dozent gewinnen konnte.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">read more:<\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-size: 18px;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18px;\"><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Schon als 20-J\u00e4hriger beteiligte sich Max Bill mit dem Architekten Hans Fischli an einem Wettbewerb f\u00fcr ein Kindergartengeb\u00e4ude. Ab 1929 war er praktisch und theoretisch als Architekt t\u00e4tig. 1932\/33 folgte die Gestaltung eines Wohn- und Atelierhauses in Z\u00fcrich-H\u00f6ngg unter Mitarbeit des Architekten Robert Winkler. 1938 nahm er mit einem Entwurf am Wettbewerb f\u00fcr den Schweizer Pavillon der Weltausstellung in New York teil. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">1942 entwickelte er ein Wohnhaus aus vorfabrizierten Elementen unter Bezug auf seine Studienerfahrungen am Bauhaus in Dessau. 1949 konzipierte er einen Mehrzweckbau f\u00fcr Theater, Konzerte und Ausstellungen in Grenchen und im gleichen Jahr eine Bauplanung f\u00fcr ein \u201eTurmhaus\u201c innerhalb eines gr\u00f6\u00dferen Wohnquartiers. 1951 beteiligte er sich am Wettbewerb f\u00fcr den Schweizer Pavillon der Biennale in Venedig und der Triennale di Milano, f\u00fcr dessen Bau er mit dem grand prix ausgezeichnet wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Zwischen 1950\u20131954 folgte der Bau der Hochschule f\u00fcr Gestaltung (HfG) in Ulm. Dort erhielt Bill den Auftrag f\u00fcr die Planung, Bauausf\u00fchrung, innenarchitektonische Gestaltung und Ausgestaltung (Regale, Sitzm\u00f6bel etc.) sowie die M\u00f6glichkeit, als erster Rektor (1951\u20131956) den inhaltlichen und personellen Aufbau der Hochschule wesentlich mit zu bestimmen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Durch diese komplexe und vielschichtige Aufgabe erhielt er die seltene Gelegenheit, ein \u201eGesamtkunstwerk\u201c zu schaffen, was seit den Anf\u00e4ngen der konstruktiven Kunstbewegung (vor allem der de Stijl-Gruppe) als ideale Voraussetzung einer gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung angesehen wurde. Auch wenn die Funktionen der R\u00e4ume, die Bill als Architekt bautechnisch gestaltete, sehr unterschiedlich waren, l\u00e4sst sich doch eine Gemeinsamkeit erkennen, die auch den Stil der Bauhaus-Architekten kennzeichnet. So bestimmen horizontale und vertikale Achsen mit klaren Proportionen (u.a. Quadrate, Rechtecke) den baulichen Gesamteindruck:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>Das Spiel mit geometrischen Grundformen und optischen Ph\u00e4nomenen macht den \u00e4sthetischen Reiz <\/span><span class=\"tm6\">der Architektur der HfG aus: Das Quadrat, das in der Fassade gereiht erscheint, oder in der Flucht eines Ganges perspektivisch immer kleiner wird, die Geb\u00e4udevielfalt, die sich zu immer neuen Gesamtansichten gruppiert und Geraden, die sich, perspektivisch gesehen, schneiden, kreuzen und parallel laufen. Neben diesen grafischen Mitteln der Gestaltung ist f\u00fcr Bill das Verh\u00e4ltnis der Architektur zur Landschaft von entscheidender Bedeutung. Er hatte als Architekt nicht nur den Bau selbst im Auge, sondern auch seine gebaute und nat\u00fcrliche Umgebung&#8220;<\/span><\/em><span class=\"tm7\"><em> (von Seckendorff 1989, S.79)<\/em>.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Die Feuilleton- und Architekturkritik beurteilte nach Er\u00f6ffnung der HfG im Oktober 1955 die Anlage sehr kontrovers: <em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><\/em><\/span><em><span class=\"tm6\">Der fast \u00fcberbetonte Puritanismus der Architektur scheint M\u00f6nche des technischen Zeitalters erziehen zu wollen. Einfarbig grau innen und au\u00dfen sind rohe Betonw\u00e4nde aneinandergestellt \u2013 ein Baukastenspiel von Riesenkindern. Eine Kasematte der Kultur \u2013 ein Sanatorium der Technik ist entstanden&#8220;<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> schreibt das Handelsblatt am 7.10.1955.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Dagegen akzeptiert der Feuilletonredakteur der Stuttgarter Zeitung Biedrzynski die im Bau erkennbare Idee der Reduktion von Komplexit\u00e4t: <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm6\">Die Prinzipien der Schule werden klar. Sie empfiehlt in ihrer Gesinnung den Puritanismus. Sie erhebt die Sparsamkeit zum Stil, sieht im Verzicht einen Gewinn und setzt neureichem Wohlstand ein<\/span><span class=\"tm6\">e freiwillige Armut entgegen.<\/span><span class=\"tm7\">\u201c <span style=\"font-size: medium;\">(Stuttgarter Zeitung 1.10.1955).<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">International fand die HfG keine besondere Beachtung, wurde aber von der zeitgen\u00f6ssischen Fachliteratur in Deutschland zu den wichtigsten Anlagen deutscher Nachkriegsarchitektur gerechnet, wobei die Anpassung der Bauten unter Bewahrung der Natur besonders hervorgehoben wurde&#8220; (vgl. Fischer 1957, S. 224).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Welche Rolle die HfG im Spiegel der Tradition bei gleichzeitigem Anspruch zu Neuen spielen sollte bzw. wollte, zeigte sich schon bei der Er\u00f6ffnung. So geh\u00f6rte es zur Selbstdarstellung in den Gr\u00fcndungspl\u00e4nen, sich als \u201eBauhausnachfolge\u201c zu etablieren. Entsprechend sah es Bill auch als gro\u00dfen Erfolg an, Walter Gropius aus den USA f\u00fcr die Er\u00f6ffnungsrede gewinnen zu k\u00f6nnen, als er darauf hinwies, dass <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">die im Bauhaus einst begonnen Arbeit und seine Grundidee [\u2026] hier in Ulm eine neue deutsche Heimat und ihre organische<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">Wiederentwicklung gefunden<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c<\/em> habe. Gleichzeitig zeigte sich in dieser Rede aber auch, wo sich Ulm von Weimar und Dessau unterscheiden wollte, als Gropius zun\u00e4chst darauf hinwies:<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\">Deutschland hat die gro\u00dfe kulturelle Chance, in echter Abfolge seiner Geschichte, bewu\u00dft wieder die Bedeutung des Magischen gegen\u00fcber dem Logischen unserer Zeit zu betonen, d.h. den K\u00fcnstler wieder zu legitimieren und den modernen Produktionsprozess leitend einzubauen<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (ebd.). Gropius hatte damit f\u00fcr von Seckendorff \u201e<\/span><span class=\"tm7\">ein Bild von der Arbeit der HfG f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit entworfen, das mit den Zielen der Schule wenig gemein hatte. Doch konnte er damit an die zeitgen\u00f6ssische popul\u00e4re <\/span><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\">Vorstellung von der T\u00e4tigkeit des \u201aBauhauses\u2018 ankn\u00fcpfen, die auf das \u201aK\u00fcnstlerische\u2018 dieser Institution fixiert war&#8220;<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em> (Gropius 2.10. 55 In: von Seckendorff 1989, S. 88).<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">Bemerkenswert ist, dass Bill anschlie\u00dfend in seiner Rede zwar die HfG in die Geschichte moderner Formgebung von van de Velde und Gropius einreihte, aber dann darauf hinwies: <span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\">jungen menschen dazu zu verhelfen, dass sie auf die bestm\u00f6gliche weise jene dinge zu entwickeln in der lage sind, die im t\u00e4glichen leben benutzt werden, also jene gestaltungen von der kaffeetasse bis zur wohnsiedlung, die dazu da sind, diesen planeten f\u00fcr unser leben so gut wie m\u00f6glich einzurichten<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (Bill 2.10. 1955 in: von Seckendorff 1989, S. 89).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Dies bedeutete, dass nicht der K\u00fcnstler den ideenreichen Ausgangspunkt m\u00f6glicher Gruppenarbeiten bilden sollte, sondern die kreativen F\u00e4higkeiten durch zielgerichtete Praxis in einem gleichberechtigten Team zur Entfaltung kommen sollten, was sich auch an zwei wesentlichen Prinzipien der Ulmer Ausbildung zeigte:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><\/span><em><span class=\"tm6\">\u201e1<\/span><span class=\"tm7\">. Entwickeln der kreativen F\u00e4higkeiten durch Speicherung von Erfahrungen in einem breit gef\u00e4cherten Repertoire.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\">2. Entwickeln der kritischen F\u00e4higkeiten aufgrund der Analysen von gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen und deren Auswirkung auf Produktion und Produkt<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (Bill, 1979).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Ein Beispiel f\u00fcr die praktische Umsetzung dieser Vorgaben war u.a. die Planung, Erstellung und Gestaltung des Pavillons der Stadt Ulm bei der Landesausstellung in Stuttgart 1955 unter besonderer Beteiligung der Abteilung \u201eArchitektur\u201c (Leitung Bill) und \u201eVisuelle Gestaltung\u201c (Leitung Vordemberge-Gildewart). <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Von VG wird berichtet, dass er dieses Arbeitskonzept aktiv unterst\u00fctzte, bei dem die Qualit\u00e4t der Arbeitsresultate gemeinsam durch die Kritik der Lehrer und Sch\u00fcler bestimmt wurde, und die eigenen Erfahrungen und Formvorstellungen argumentativ gegen\u00fcber den Mitstudierenden und Dozenten begr\u00fcndet werden mussten. VG selbst entwickelte in diesen Situationen einen hohen Anspruch, wie ehemalige Studierende berichten und erwartete viel Eigenst\u00e4ndigkeit von ihnen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;|auto||auto|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK5&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;696px&#8220; custom_margin=&#8220;100px||||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;||1px|||&#8220;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm7\">Handwerk und Raumgestaltung (Skulpturen)<\/span><\/strong><strong><span class=\"tm8\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">Beispielhaft f\u00fcr das ganzheitliche Konzept von Architektur, Raumgestaltung und Handwerk kann die 1954 gegr\u00fcndete Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Ulm angesehen werden. Vom \u00e4u\u00dferen Bauk\u00f6rper \u00fcber die strenge Anordnung der R\u00e4ume, die klare Gliederung der Wandregale bis zum funktionalen \u201eUlmer Hocker\u201c pr\u00e4sentierte sich die Hochschule als eine Institution, in der sich eine geistige Ordnung in \u00e4u\u00dferen Formen widerspiegelte.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><span class=\"tm8\"><\/span><strong><span class=\"tm7\">read more:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Es war naheliegend, dass f\u00fcr die praxis- und produktorientierte Ausbildung an der HfG in Ulm auch die dortige Innenausstattung als Orientierung diente. Neben funktionellen Regalen und Tischen war es vor allem der \u201eUlmer Hocker\u201c, von Max Bill und Hans Gugelot entworfen, der wegen seiner multifunktionellen Bedeutung als Sitzm\u00f6bel, Beistelltisch, Rednerpult etc. eine gewisse Ber\u00fchmtheit erlangte.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Obwohl die Verarbeitung maschinell erfolgte, vermittelte der \u201eDrei-Brett-Stuhl\u201c den Eindruck einer handwerklichen Produktion und schlichter Eleganz. Damit entsprach er dem \u00fcbergeordneten Prinzip der Gestaltungsphilosophie von Bill, <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">\u00e4u\u00dferste Materialausn\u00fctzung, also ein Maximu<\/span><\/em><em><span class=\"tm7\">m an Wirkung<\/span><\/em><em><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">mit einem Minimum an Materie zu erreichen<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c (Bill 1949, S. 279)<\/em>.<\/span><span class=\"tm6\"> Bill folgte dabei Gropius, den er als Dozent am Bauhaus kennengelernt hatte. Dieser hatte 1926 den rationalen Aspekt in Gestaltungsprozessen von Gebrauchsg\u00fctern betont: <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm7\">Die Lebensbed\u00fcrfnisse der Mehrzahl der Menschen sind in der Hauptsache gleichartig. Haus und Hausger\u00e4t ist Angelegenheit des Massenbedarfs, ihre Gestaltung mehr eine Sache der Vernunft als eine Sache der Leidenschaft<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c <\/em><\/span><span class=\"tm6\"><em>(Gropius In: von Scheckendorff 1989, S. 90, Fu\u00dfnote 265)<\/em><\/span><span class=\"tm6\">.<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm6\">Die in vielf\u00e4ltiger Weise gelobte und theoretisch begr\u00fcndete Funktionalit\u00e4t stand allerdings im Widerspruch zu seinem Gebrauchswert, wie der Ulmer Student Lindinger sp\u00e4ter best\u00e4tigte. Er empfand den Hocker als <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">haarstr\u00e4ubendes M\u00f6be<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>l\u201c<\/em> dessen Qualit\u00e4ten im \u00dcberbau lagen. <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">Alle hatten diese Kiste und man hat eine Philosophie dar\u00fcber aufgebaut, da\u00df man sie mal so und mal so aufstellen konnte<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (Lindinger 1981, in: von Seckendorff 1989, S. 126).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Neben Bill war in Ulm vor allem Hans Gugelot f\u00fcr die M\u00f6belgestaltung verantwortlich. Auf ihn gehen Entw\u00fcrfe f\u00fcr Regalw\u00e4nde, integrierte Waschbecken und vor allem Radioapparate der Firma Braun zur\u00fcck. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">F\u00fcr die Werbung der Produktentw\u00fcrfe und deren r\u00e4umliche Pr\u00e4sentation bei Ausstellungen war die Abteilung \u201eVisuelle Gestaltung\u201c unter der Leitung Vordemberge-Gildewarts verantwortlich.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Neben den Versuchen in Ulm, eine ganzheitliche Planung innerhalb der Abteilungen und \u00fcber Abteilungsgrenzen hinweg zu erm\u00f6glichen, waren es vor allem die weltweit aufgestellten Skulpturen in unterschiedlichen R\u00e4umen, durch die Max Bill auf sich seit den 1930er Jahren aufmerksam machte. Dabei dominieren neben Konstruktionen mit gleichen Elementen vor allem \u201eendlich- unendlich\u201c erscheinende, runde oder geschwungene Figurationen aus hartem Gestein (vorzugsweise Granit) oder Edelmetallen. In unterschiedlichen Gr\u00f6\u00dfen \u00fcber die Jahre erstellt, bestimmen sie an dominanten Pl\u00e4tzen vor allem \u00f6ffentliche R\u00e4ume.<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;||-1px|||&#8220; custom_padding=&#8220;30px||1px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;1px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_code _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; text_orientation=&#8220;center&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_margin=&#8220;||1px|||&#8220;]<a title=\"Frank Behnsen, CC BY-SA 3.0 <https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0>, via Wikimedia Commons&#8220; href=&#8220;https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:FFM_Sculpture_Kontinuitaet_2012_Max_Bill_1986_2.jpg&#8220;><img decoding=\"async\" width=\"900\" alt=\"FFM Sculpture Kontinuitaet 2012 Max Bill 1986 2\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/90\/FFM_Sculpture_Kontinuitaet_2012_Max_Bill_1986_2.jpg\/1024px-FFM_Sculpture_Kontinuitaet_2012_Max_Bill_1986_2.jpg\"><\/a>[\/et_pb_code][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; width=&#8220;83%&#8220; width_tablet=&#8220;100%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220; custom_margin=&#8220;-4px|auto||auto|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220;]<\/p>\n<p id=\"firstHeading\" class=\"firstHeading\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: small;\">Max Bill: Kontinuit\u00e4t 1986<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;1278px&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;|auto||auto|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px||3px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK6&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Sensationell war die Aufstellung der Skulptur <span class=\"tm7\">\u201e<\/span>Kontinuit\u00e4t&#8220; (Granit-Monolith) 1986 vor der Zentrale der Dutschen Bank in Frankfurt. Ausgehend von einem Gipsmodell, das sich auf einen l\u00e4nger zur\u00fcckliegende Entwurf bezog, wurde die viereinhalb Meter hohe und 50 Tonnen schwere Skulptur aus einem Granitblock erstellt, der aus einem italienischen Steinbruch \u00fcber komplizierte Transportwege schlie\u00dflich den Standort erreichte. Es ist der gr\u00f6\u00dfte Granit-Monolith seit den \u00e4gyptishcen Skulpturen.<\/span><em><span class=\"tm6\"><br \/><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Technik, Film und Foto<\/span><span class=\"tm6\">\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">Der Fortschritt in der Technik, Foto- und Filmentwicklung nach dem 2. Weltkrieg hatte auch wesentlichen Einfluss auf das Verh\u00e4ltnis und die Wertsch\u00e4tzung der sich bis dahin entwickelten konstruktiv-konkreter Kunst. So sah man einerseits die Vorteile der Fotografie und des Films hinsichtlich einer schnellen und genauen Wiedergabe der Wirklichkeit und der Bewegung und experimentierte andererseits mit Verfremdungseffekten und M\u00f6glichkeiten neuer Gestaltungstechnologien (u.a. Computer, Neonlicht etc.) sowie deren M\u00f6glichkeiten in der angewandten Gebrauchskunst. <\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">read more:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\">Das stetige Bem\u00fchen, die Entwicklung der Kunst im Spiegel gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen zu rechtfertigen, hatten Richard Paul Lohse sensibel werden lassen gegen\u00fcber Ver\u00e4nderungen in beiden Bereichen. Dies zeigten auch seine kenntnisreichen kunsthistorischen Interpretationen zum <\/span><span class=\"tm6\">Kubismus<\/span><span class=\"tm7\"> und <\/span><span class=\"tm6\">Futurismus<\/span><span class=\"tm7\">, die er in Beziehung setzte zu Strukturanalysen einer zunehmend technisierten Gesellschaft vor dem ersten Weltkrieg mit ihrem neuen, alle gesellschaftlichen Bereiche erfassenden Merkmal, der <\/span><span class=\"tm6\">Geschwindigkeit. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Die Frage, wie die Kunst auf diese Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft reagieren sollte, beantwortet Lohse in abgestufter Weise:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">So registriert und akzeptiert er die Versuche der Futuristen, die zukunftsweisende Mobilit\u00e4t durch Eisenbahnen, Flugzeuge oder Automobile (besonders Rennwagen) kunstbezogen darzustellen \u2013 allerdings mit einer Einschr\u00e4nkung: Sie sind f\u00fcr ihn vor allem Wegbereiter f\u00fcr die Gestaltung in Grafik, Typografie und technischem Design. Mit dieser Einschr\u00e4nkung folgt er u.a. Vordemberge-Gildewart, der bei seinen vielf\u00e4ltigen Arbeitsbereichen immer darauf hinwies: <\/span><em><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><span class=\"tm6\">Wichtig ist eins: Ich habe von Anfang an Typographie und Malerei getrennt\u201c <\/span><span class=\"tm7\">(Vordemberge-Gildewart 1985, S. 51).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Eine andere Frage ist es, wie weit die genuine Kunst Stellung beziehen sollte gegen\u00fcber der technischen Moderne, die insbesondere durch die neuen M\u00f6glichkeiten der Fotografie und des Films herausgefordert wird. Seine Antwort darauf ist eindeutig.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\">Ein neuer gegenst\u00e4ndlicher \u201cRealismus\u201c wird aber weitgehend durch die Existenz der Fotographie bestimmt, da diese, mehr als es in jeder anderen Epoche m\u00f6glich war, den Menschen zu einer \u201arealistischen\u2018 Sehweise beeinflusst hat. Daraus entsteht aber die Konkurrenz mit den Elementen des Fotografischen und des Filmischen, wodurch wiederum dem Tafelbild ein untergeordneter Rang zugewiesen wird, und dieser Malerei eine stilbildende Kraft nicht zugeschrieben werden kann. [&#8230;] Gleichzeitig entsteht eine Diskrepanz zwischen illusionistischer Vollkommenheit der Malerei und deren fortschrittlichen gegenst\u00e4ndlichen Bildinhalten, da die Malerei sich einer \u00fcberlieferten Methode und eines dementsprechenden Ausdrucks bedient&#8220; <\/span><span class=\"tm6\">(Holz u.a. 2002, S.110).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Damit wurden durch die Fotografie und den Film nicht nur neue technische M\u00f6glichkeiten der Wirklichkeitserfassung geschaffen, sondern diese ver\u00e4nderten auch die \u201eSehweise\u201c bzw. den Anspruch gegen\u00fcber bisher bekannten Darstellungsmitteln: <\/span><em><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm7\">Dem Pinsel und der Farbe werden Aufgaben zugemutet, die in einem seltsamen Gegensatz zu den Darstellungsinhalten stehen<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (ebd. S. 110).<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">F\u00fcr die Kunst bedeutet das, dass sie sich nicht in eine Konkurrenzsituation dr\u00e4ngen lassen sollte, die sie nur verlieren kann: <\/span><em><span class=\"tm7\">&#8222;Notwendig ist ein Gestaltungsprinzip, das die Kunst aus der \u00e4sthetischen Isolierung herauszuf\u00fchren vermag, das M\u00f6glichkeiten der Gestaltung entwickelt, die universaler und verbindender Natur sind, und das die Kraft der Ausstrahlung auf Gebiete des Lebens besitzt&#8220; <\/span><span class=\"tm6\">(ebd., S. 110).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Einer solchen Herausforderung durch die <\/span><em><span class=\"tm7\">technologische Gesellschaft<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> kann f\u00fcr Lohse eine <\/span><em><span class=\"tm7\">mimetisch <\/span><\/em><span class=\"tm6\">ausgerichtete Kunst nicht mehr entsprechen. Anders als zur Jahrhundertwende, als der Fortschritt der Technik wie er sich im Eiffelturm, dem Automobil oder Flugzeug zeigte, noch Kubisten und Futuristen animieren konnte, stellt die <\/span><em><span class=\"tm7\">Technologie <\/span><\/em><span class=\"tm6\">eine neue Qualit\u00e4t dar. Durch die <\/span><em><span class=\"tm7\">Verbindung von Technik und System<\/span><span class=\"tm6\">&#8211;<\/span><span class=\"tm7\">Wissenschaft<\/span><\/em><span class=\"tm6\">, wie sie u.a. der Philosoph Max Bense in kybernetischen Modellen untersuchte, wird ein Wissen \u00fcber die Welt entwickelt, auf das nur eine analytisch ausgerichtete Kunst (noch) ad\u00e4quat reagieren kann<\/span><span class=\"tm7\">:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\"><span class=\"tm6\">\u201e<\/span>Von entscheidender Wichtigkeit ist, dass Grundlagen geschaffen werden, die in ihrer geistigen und materiellen Tiefe umfassend und gr\u00fcndlich sind. Dadurch, dass wir uns die M\u00fche nehmen, die Elemente der Form auf ihre Werte zu untersuchen, mit diesen zu arbeiten, versuchen wir, eine Basis zu schaffen, die eine reale Beziehung zu der fortschreitenden gesellschaftlichen Entwicklung darstellt&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (ebd., S. 110).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Entsprechend ist nachvollziehbar, dass Lohse der Foto- und Filmentwicklung, insbesondere den M\u00f6glichkeiten, die sich daraus u.U. f\u00fcr die Erfassung der\u00a0<\/span><em><span class=\"tm7\">Bewegung<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> durch die Kunst ergeben k\u00f6nnten, nur eine nachgeordnete Bedeutung im angewandten Bereich der Gebrauchs\u00e4sthetik zuwies. \u00c4hnlich scheint auch Bill die neuen Medien zwar als Hilfsmittel bei der vielf\u00e4ltigen Gestaltung \u00e4sthetischer Produktwelten angesehen zu haben, die aber, z.B. innerhalb der Ausbildung an der HfG in Ulm, nicht in einem eigenen Arbeitsbereich angeboten wurden.<\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;6513px&#8220; custom_padding=&#8220;30px||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;6059px&#8220; custom_margin=&#8220;|auto||auto|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK7&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Sprache und Literatur<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">Das Verh\u00e4ltnis von konstruktiver konkreter Kunst zu Sprache und Literatur wurde lange bestimmt von einem analytischen Blick der K\u00fcnstler auf die Sprache. Die M\u00f6glichkeit der Alphabetisierung im europ\u00e4ischen Abendland, im Unterschied zur Bildersprache vor allem in Asien (China, Japan u.a.), sahen viele Vertreter der nicht-mimetischen Kunstbewegung als Vorbild bei ihren Bem\u00fchungen an, eine Kunst zu schaffen, die nicht die Natur, sondern nur sich selbst abbilden sollte. Um die Basis f\u00fcr eine solche selbstbezogene Bedeutungsebene (Semantik\/ Pragmatik) zu schaffen, war es notwendig, eine \u201eGrammatik\u201c (Syntax) der Kunst zu schaffen, wof\u00fcr russische Konstruktivisten und Vertreter der de Stijl- Bewegung erste unterschiedliche Modelle bzw. Begr\u00fcndungen vorlegten. Die Mitglieder der Z\u00fcrcher Schule f\u00fcr konkrete Kunst kn\u00fcpften an diese Tradition an und verfeinerten aus ihrer Sicht analoge Modell\u00fcberlegungen, wie z.B. Lohse, durch das modulare und serielle Ordnungssystem mit Bezug auf eine spezielle Farbsystematik.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"tm6\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">read more:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Eine neue Perspektive im Verh\u00e4ltnis von Kunst und Sprache ergab sich durch\u00a0<\/span><span class=\"tm8\" style=\"font-size: medium;\">Eugen Gomringer<\/span><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">, der 1944 in Basel die konkrete Kunst kennen gelernt hatte und nach der Gr\u00fcndung der Hochschule in Ulm Assistent beim Gr\u00fcndungsdirektor Max Bill geworden war. In dieser Funktion war er auch f\u00fcr eine gewisse Zeit Kollege von Vordemberge-Gildewart. Mit anderen jungen Literaten und Dichtern der Nachkriegsjahre blickten sie aus Sicht der verbalen Sprache auf die sich seit ca. drei Jahrzehnten etablierende konstruktive konkrete Kunstbewegung.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Bezugnehmend auf die <em>\u201epoetes a l\u2018 ecart\u201c \u2013 <\/em>eine Anthologie zu den M\u00f6glichkeiten einer <em>\u201ekonkreten Literatur&#8220; \u2013<\/em> entwickelte sich mit Eugen Gomringer, Arno Holz, Carlos Williams u.a. eine Bewegung, die versuchte, eine neue Art von nicht-mimetischer Literatur , eine <\/span><span class=\"tm9\">Konkrete Poesie<\/span><span class=\"tm7\"> zu schaffen. Anders als in der Kunst, die sich noch ihre \u201ealphabetische Basis&#8220; schaffen musste, gab es in der verbalen Sprache diese Ausgangssituation schon. Entscheidend war jedoch, diese Basisbedingungen in anderer Weise f\u00fcr ein eigenst\u00e4ndiges Aussagesystem zu entwickeln, das sich nur auf die Buchstaben und W\u00f6rter selbst beziehen sollte. Als Orientierung galt dabei u.a. die Manifestation der \u201eArt Concret\u201c in Paris 1930, die gefordert hatte, <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm9\">nichts ist konkreter,<\/span><span class=\"tm7\"> <\/span><span class=\"tm9\">nichts realer als eine Linie, eine Farbe, eine Fl\u00e4che<\/span><\/em><span class=\"tm7\"><em>\u201c<\/em>.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Bedeutsam war auch die Betonung einer neuen <\/span><em><span class=\"tm9\">Raum-Zeit-Struktur<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> in der Dichtung. In Abgrenzung zur traditionellen Vorstellung, die vor allem den <\/span><em><span class=\"tm9\">zeitlichen Aspekt<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> (z.B. den Verszyklus) als eine formal rhythmische Einheit ansieht, war es nach dem Brasilianer Augusto de Campos und dem von Ihm und Decio Pignatari entworfenen \u201epilot plan for concrete poetry\u201c wichtig, auch die <\/span><em><span class=\"tm9\">r\u00e4umliche <\/span><\/em><span class=\"tm7\">Perspektive in der Poesie zu beachten, wie ein Textauszug zeigt:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm7\">&#8222;<\/span><span class=\"tm9\">Die konkrete Dichtung stellt fest, da\u00df der historische Verszyklus (als formal-rhythmische Einheit) abgeschlossen ist, und wird sich zun\u00e4chst des graphischen Raums als Strukturelement bewu\u00dft. Raum wird genannt: die Raumzeitstruktur an Stelle einer nur linear-zeitlichen Entwicklung. [\u2026] Das konkrete Gedicht ist Mitteilung seiner eigenen Struktur. Es ist sich selbst gen\u00fcgendes Objekt und nicht Darstellung eines anderen \u00e4u\u00dferen Objekts oder mehr oder weniger subjektiver Gef\u00fchle. Sein Material: das Wort (Laut, Seh-Form, Semantik). Sein Problem: die funktionellen Beziehungen dieses Materials [\u2026] Konkrete Dichtung: totale Ver<\/span><\/em><em><span class=\"tm9\">antwortung vor der Sprache. Vollkommener Realismus. Gegen eine Dichtung des pers\u00f6nlichen und hedonistischen Ausdrucks&#8220; <\/span><\/em><em><span class=\"tm7\">(Pignatari 1955, S. 7). <\/span><\/em><br \/><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm7\">F\u00fcr Gomringer, der sich davon leiten lie\u00df, sind Worte nicht Bedeutungstr\u00e4ger, sondern visuelle und phonetische Ausdrucksmittel, die durch graphische Anordnung des Textes eine bestimmte inhaltliche Bedeutung vermitteln. Die auf diese Weise entstehenden Gedichte nennt er in seinem manifest <em>\u201evom vers zur konstellation\u201c<\/em> (1954) \u201ekonstellationen\u201c. Sie sind f\u00fcr ihn \u201e<\/span><em><span class=\"tm9\">die einfachste gestaltungsm\u00f6glichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung [\u2026] mit der konstellation wird etwas in die welt gesetzt. sie ist eine realit\u00e4t an sich und kein gedicht \u00fcber\u201c <\/span><span class=\"tm7\">(Gomringer 1954, S. 8).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm7\">Bezogen auf die erkennbaren Grunds\u00e4tze der konkreten Dichtung zeigen sich deutliche Parallelen zu jenen der konkreten Malerei wie z.B.:<\/span><\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li class=\"Listenabsatz tm10\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\">Anspruch einer nicht-mimetischen Aussage durch Bezug auf die eigene Materialit\u00e4t.<\/span><\/li>\n<li class=\"Listenabsatz tm10\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\">Beachtung des Raumes, neben der traditionellen Bedeutung der Zeit.<\/span><\/li>\n<li class=\"Listenabsatz tm10\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kombination elementarer Einheiten unter Beachtung simultaner Konfigurationen.<\/span><\/li>\n<li class=\"Listenabsatz tm10\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\">Betonung von bestimmten Formen und Bedeutungsbildungen durch optische Pr\u00e4sentation.<\/span><\/li>\n<li class=\"Listenabsatz tm10\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ablehnung jeglicher Subjektivierung und Metaphorik bei der Pr\u00e4sentation.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Trotz dieser zun\u00e4chst zukunftsweisenden Initiative war nicht zu \u00fcbersehen, dass die erhoffte revolution\u00e4re Ausbreitung der neuen fundamentalen Art der Dichtung nur eine begrenzte Aufmerksamkeit in der Literatur erfuhr, obgleich ihre indirekte Wirkung auf \u201egrenz\u00fcberschreitende\u201c Aktionen wie z.B. \u201eLautpoesie und neue Musik\u201c mit z.T. gro\u00dfen Festivals in Amsterdam, London, Stockholm oder Berlin dies f\u00fcr Insider so nicht erkennen lie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Ein Grund f\u00fcr die geringe Akzeptanz konkreter Literatur im allgmeinen Kulturbetrieb liegt u.U. in der Wahrnehmung von Sprache, die immer schon in einem sinnstiftenden Kontext erlernt wird.\u00a0<\/span><span class=\"tm7\">Anders als graphische Mittel der Kunst oder die akustische Musik wird die verbale Sprache \u00fcber kulturellen Praxen gelernt, in denen sie ihre<\/span><span class=\"tm7\"><em> \u201eGebrauchsbedeutung\u201c<\/em> <em>(Wittgenstein 1967)<\/em> erh\u00e4lt<\/span><span class=\"tm7\"> <\/span><span class=\"tm7\">und in Silbenform \u201egrundiert\u201c wird, wodurch sie nur schwer <\/span><em><span class=\"tm8\">kontextlos<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> und <\/span><em><span class=\"tm8\">elementarisierter Weise<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> vermittelt werden kann. Denn das Ziel konkreter Literatur, die Offenlegung von immer schon wirksam gewordenen impliziten Bedeutungszuschreibungen, mit dem Anspruch einer neuen elementarisierten Ausdrucksbedeutung offenzulegen, ist nur schwer bzw. nur \u00fcber ein Paradox zu vermitteln: <\/span><span class=\"tm7\">Es ergibt sich daraus, dass diese neue Sichtweise eine intensive narrative Einf\u00fchrungs- und Begr\u00fcndungskultur mit und durch Sprache (der Alltagswelt) notwendig macht, die eigentlich durch die neue Art von Sprachgestaltung \u00fcberwunden werden sollte. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm6\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Dies ist eine Herausforderung der konkreten Poesie, die bis in die Gegenwart reicht. Eugen Gomringer, inzwischen \u00fcber 90 Jahre alt, stellt sich ihr mit bewunderungsw\u00fcrdigem Einsatz. <\/span><\/span><span class=\"tm7\"><span style=\"font-size: medium;\">Aus pers\u00f6nlicher Sicht ist noch anzumerken, dass Gomringer 1955 als Assistent von Max Bill in der HfG Ulm, in der in diesem Jahr auch schon VG Dozent war, aus Brasilien Pignatari als Vertreter der Gruppe \u201enoigandres\u201c eingeladen hatte, um m\u00f6gliche Parallelen in den Arbeiten von K\u00fcnstlern, Musikern und Literaten auszuloten. Ein Ergebnis dieser disziplin\u00fcbergreifenden Initiative war u.a, dass die Gruppe anschlie\u00dfend ihre Sprachpr\u00e4sentation <em>\u201ekonkrete Dichtung&#8220;<\/em> nannten.<\/span> <\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text module_id=&#8220;ZK8&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;0px|||||&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Typographie und Design<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\"><\/span><span style=\"color: #07a1e2;\"><span class=\"tm7\">Der Grundsatz, freie k\u00fcnstlerische Entwicklung und grafischer Entwurf sollten eine gemeinsame Herausforderung f\u00fcr Kunstbewegungen sein \u2013 seit den russischen Konstruktivisten und der De Stijl-Bewegung zur Leitidee \u2013 bestimmte auch die Arbeit der Z\u00fcrcher Schule der Konkreten. Seine Anerkennung bedeutete aber nicht, dass die Malerei und Gebrauchsgraphik auch gleichen\u00a0<\/span><span class=\"tm7\"> <\/span><em><span class=\"tm8\">Erkl\u00e4rungsanspruch<\/span><\/em><span class=\"tm7\"> hinsichtlich tiefer liegender Strukturen der Wahrnehmung des Menschen bzw. der Welt verbunden, der in der Regel einen analytischen Blick notwendig machte, um den <\/span><em><span class=\"tm8\">Erkenntnism\u00f6glichkeiten <\/span><\/em><span class=\"tm7\">des Oeuvres entsprechen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\">Anderes galt f\u00fcr die <\/span><em><span class=\"tm8\">Typographie und das Industrie-Design<\/span><\/em><span class=\"tm7\">. Dort gab es eine reale objekthafte Ausgangssituation. Es sind Ph\u00e4nomene, Bedingungen und Produkte der direkt erfahrbaren Welt, auf die in besonderer Weise aufmerksam gemacht werden sollte. Um dies zu erreichen, erweist es sich als hilfreich, wenn die \u201eAutobahn der Sehroutinen\u201c durch \u201eStolpersteine\u201c zun\u00e4chst blockiert wurde und andere Deutungsperspektiven notwendig wurden, um eine neue, ver\u00e4nderte Sicht auf Produkte, Waren oder T\u00e4tigkeiten vermitteln zu k\u00f6nnen.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong>read more:<\/strong><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm7\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Wie die Biografien der Akteure der konstruktiven konkreten Kunstbewegungen zeigen, bringen die K\u00fcnstler f\u00fcr die Arbeit in beiden Bereichen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Bildeten in der \u201eersten Generation\u201c der Konstruktivisten noch die k\u00fcnstlerischen F\u00e4higkeiten, u.a. in Kunsthochschulen erworben, die Basis f\u00fcr die Entw\u00fcrfe in den angewandten \u00e4sthetischen Bereichen, kehrte sich dieses Verh\u00e4ltnis sp\u00e4ter eher um, wof\u00fcr VG als ein fr\u00fches Beispiel gelten kann. Er hatte keine klassische Kunstausbildung (Aktmalerei, Landschaftsmalerei, etc.) durchlaufen, sondern begann seine k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit als Tischler und entwickelte danach F\u00e4higkeiten als Maler, Typograph und Industrie-Designer. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr die hier angesprochenen Z\u00fcrcher Konkreten Bill und Lohse.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm6\">Max Bill<\/span><span class=\"tm7\"> hatte sich schon als Jugendlicher mit architektonischen Fragen besch\u00e4ftigt und war als 20j\u00e4hriger in Kooperation mit Fachkollegen als Architekt t\u00e4tig. Welche Bedeutung dies f\u00fcr seine weitere k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit haben sollte, beschreibt Lohse in einer Festschrift f\u00fcr Bill:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm8\"><span class=\"tm7\">\u201e<\/span>Es gibt unter den heute k\u00fcnstlerisch Arbeitenden wenige, die sich ebenso intensiv mit der Formung eines verg\u00e4nglichen Gegenstandes f\u00fcr den Haushalt besch\u00e4ftigen, wie mit der Gestaltung eines pers\u00f6nlichen Ausdrucks. Zu viele sind der Realisierung der Probleme des sozialen und kulturellen Lebens abgewandt und verachten die Gestaltung von n\u00fctzlichen Dingen [\u2026] Bill dagegen ist sowohl als Maler und Plastiker wie als Gestalter der heutigen Formkultur voll der Gegenwart zugewandt, und seine latente Bereitschaft, die Umwelt zu ver\u00e4ndern und diese vernunftgem\u00e4ss einzurichten und bewohnbar zu machen, ist typisch f\u00fcr ihn. [\u2026] Es ist hierbei gleichg\u00fcltig oder von geringem Unterschied, ob es ein t\u00e4glicher Gegenstand ist, wie ein Beleuchtungsstecker, oder ein Thema innerhalb der k\u00fcnstlerischen Gestaltungsform. Beide Aufgaben enthalten f\u00fcr Bill echte M\u00f6glichkeiten der Realisierung&#8220;<br \/> <\/span><span class=\"tm7\">(Lohse 1958 in Holz u.a. 2002, S. 73).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Wie der Lehrplan der Ulmer HfG erkennen l\u00e4sst, bestimmte Bills F\u00e4higkeit, komplexe Zusammenh\u00e4nge in konkrete Planungen zu \u00fcbersetzen, auch die dort von ihm mitgepr\u00e4gte Ausbildung: <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm8\">\u201e<strong>Visuelle Methodik:<\/strong> Experimente und Untersuchungen in zwei und drei Dimensionen auf der Grundlage von Wahrnehmungslehre, Symmetrielehre und Topologie.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><strong><span class=\"tm8\">Werkstattarbeit:<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm8\"><strong>Darstellungsmittel:<\/strong> konstruktives Zeichnen, Schrift, Sprache, freies Zeichnen.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm8\"><strong>Methodologie:<\/strong> Einf\u00fchrung in mathematische Logik, Kombinatorik, Topologie, Soziologie, <\/span><\/em><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm8\">Wahrnehmungslehre, Kulturgeschichte, Mathematik, Physik, Chem<\/span><\/em><span class=\"tm8\">ie<em>\u201c <\/em><\/span><em><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm7\">(HfG Lehrprogramm 1958\/59 In: von Seckendorff 1989, S. 109).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm8\"><\/span><span class=\"tm7\">Neben dem \u201eUlmer Hocker\u201c, den Bill mit Hans Gugelot entwickelt hatte, pr\u00e4sentierte er u.a. mit Ernst M\u00f6ckel den Entwurf f\u00fcr eine T\u00fcrklinke, die einem bestimmten Formprinzip entsprach (Vermeidung von Kanten, Klinke und Schild aus Metall und nur 2 Befestigungsschrauben). Anders als bei vergleichbaren Bauhausentw\u00fcrfen und noch dem \u201eUlmer Hocker\u201c, legte er hier Wert darauf, dass ein haptischer Bezug zwischen Objekt und Mensch dominiert, d.h. <em>\u201edem unmittelbaren Kontakt der Klinke mit der Hand eine organische Form eher ents<span style=\"font-size: medium;\">pricht\u201c (von Seckendorff 1989, S. 130).<\/span><\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">\u00c4hnlich war es auch beim Modell f\u00fcr ein Einbauwaschbecken (mit Walter Zeischegg und Otto Schild). Obwohl anatomische \u00dcberlegungen bei der Formwahrnehmung nahe liegen, folgte <em>\u201edie Kreation des Waschbeckens exakten mathematischen Berechnungen und geometrischer Konstruktion. Die Form ist jederzeit abrufbar und beliebig wiederholbar\u201c (ebd. S. 131)<\/em>, stellt von Seckendorff fest.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dieser systematische Planungsprozess, der kennzeichnend f\u00fcr die Z\u00fcrcher Konkreten war, bestimmte damit auch die Produktgestaltung. Sie orientierte sich weniger an der Materialit\u00e4t der Dinge als an der Reduktion der Merkmale. Max Bense, selbst in Ulm als Philosoph t\u00e4tig, beschrieb diese Vorgehensweise in seiner Schrift \u201e\u00c4sthetica II\u201c: <\/span><em><span class=\"tm7\">\u201eWahrgenommen werden nicht Gegenst\u00e4nde, sondern das, was Gegenst\u00e4nde konstruiert, Farben, Formen, Grenzen, Strukturen, Zeichencharaktere eher als Dingcharaktere<\/span><span class=\"tm6\">\u201c<span style=\"font-size: medium;\"> (Bense 1956, S. 84). <\/span><\/span><\/em><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dies bedeutet: Die Ulmer Gestalter, wie Bill, Vordemberge-Gildewart u.a. entwickelten auf diesem Hintergrund ein spezifisches Selbstverst\u00e4ndnis hinsichtlich der Wirkung ihrer Arbeiten, worauf von Seckendorff abschlie\u00dfend verweist: <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\"><span class=\"tm7\">\u201e<\/span><\/span><span class=\"tm7\">F\u00fcr die Produktgestalter an der HfG war der Ausgangspunkt ihrer Gestaltungen kein sozialer. Der Entwurf des \u201aUlmer Hockers\u2018 oder des M\u00f6belsystems \u201aM125\u2018 verdankte sich nicht dem Impuls, eine soziale Not zu lindern, sondern der freiwilligen Wahl eines spartanischen, geistigen Komforts. Diese Wahl hat ihre Grundlage in der Idee, wie sich der Mensch dem Leben gegen\u00fcber verhalten soll: Der Mensch soll aktiv und t\u00e4tig im Leben stehen, sich nicht den Dingen \u00fcberlassen. Der Entwurf eines soliden Polstersessels, auf dem man entspannt sitzen kann, ist in Ulm undenkbar&#8220; (<\/span><span class=\"tm6\">von Seckendorff 1989, S. 161).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm8\">Richard Paul Lohse<\/span><span class=\"tm6\"> begann seine k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit wie Bill und VG nicht mit einer fachspezifischen Ausbildung an einer Hochschule, sondern als Lehrling in einem Werbeatelier f\u00fcr Reklameschilder, nachdem er durch den Tod des Vaters schon als 14j\u00e4hriger viele <span style=\"font-size: medium;\"><em>\u201esub-proletarische Arbeiten (wie) [&#8230;] Ausl\u00e4ufer, Packer\u201c (Lohse in: Lohse- Stiftung 1999, S. 64)<\/em><\/span> zur Sicherung des Lebensunterhalts der Familie verrichten musste. Erg\u00e4nzend zur Lehre, die er als 16j\u00e4hriger begann, erhielt er die M\u00f6glichkeit, als Pflichtsch\u00fcler am Unterricht der Kunstgewerbeschule Z\u00fcrich teilzunehmen. Nach dem Abschluss der Lehre war er noch bis 1930 im Atelier Dalang f\u00fcr Werbegrafik t\u00e4tig. Nach einer kurzen Kooperation mit Hans Trommer zog er 1934 in das Zett-Haus Z\u00fcrich, in dem er bis 1988 neben seiner wegweisenden k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit als profilbildender Grafiker t\u00e4tig war.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\">In diesem halben Jahrhundert verhalf Lohse mit anderen einer visuellen Kommunikation zum Durchbruch, die sp\u00e4ter \u201eSchweizer Zweckgrafik\u201c, \u201eSchweizer Industrie-Grafik\u201c, \u201ePr\u00e4zisions-Grafik\u201c oder \u201eswiss typography\u201c genannt wurde. Er verk\u00f6rperte dabei als gelernter Werbegrafiker und konstruktiv konkreter K\u00fcnstler eine Zwischenposition zwischen tradierten Vorstellungen von Kunst und Gebrauchsgrafik. Dies zeigte sich auch in seiner Arbeitsweise als Grafiker im Bereich <\/span><em><span class=\"tm7\">k\u00fcnstlerischer Druckgrafik (I)<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> und <\/span><span class=\"tm7\"><em>marktorientierter Gebrauchsgrafik (II)<\/em>.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">(I) im Unterschied zu sp\u00e4teren Serigrafen bereitete Lohse seine k\u00fcnstlerischen Druckgrafiken in einer ersten Phase noch durch farbig ausgestaltete Reinvorlagen im Ma\u00dfstab 1:1 vor. Sp\u00e4ter wurden sie von ihm eher <em>\u201ekonstruktiv\u201c<\/em> bzw. <em>\u201eingenieurm\u00e4\u00dfig\u201c<\/em> vorbereite<\/span><span class=\"tm6\"><span style=\"font-size: large;\">t <span style=\"font-size: medium;\"><em>(vgl. Lohse-Stiftung 2002, S. 54)<\/em>.<\/span><\/span><\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">(II) Als Werbezeichner skizzierte er seine Ideen f\u00fcr eine <\/span><span class=\"tm7\"><em>Gebrauchsgrafik<\/em> z<\/span><span class=\"tm6\">un\u00e4chst in Zeichnungen, bei denen zwei unterschiedliche Verfahren wirksam wurden:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">\u201e1. als Reinzeichnung \u2013 eine Handzeichnung oder Fotomontage, die direkt als reproduktionsf\u00e4hige Vorlage dient, <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\">2. als Maquette \u2013 Anweisungen zur Typografie, nach denen Schriftsetzer, Fotoretuscheure und Clicheure die Druckform konstruieren. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">W\u00e4hrend in den fr\u00fchen 1940er Jahren noch die Praxis der Reinzeichnung \u00fcberwog, l\u00e4sst sich sp\u00e4ter immer mehr die <\/span><span class=\"tm6\">zweite Vorgehensweise erkennen, bei der \u201edie \u00b4technischen\u00b4 Gestaltungsmittel <\/span><span class=\"tm7\">Fotografie, Schriftsatz und geometrische Farbenlehre, die nach seinen Design-Anweisungen vom Reprografen, Schriftsetzer, Drucker umgesetzt werden. [\u2026] Lohse greift kontrollierend und korrigierend ein, bis die Ausdrucke seinen Vorstellungen entsprechen \u2013 dann erteilt er sein \u201aGut zum Druck\u00b4, worauf der Ausdruck ohne sein Zutun abl\u00e4uft<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm6\">\u201c <span style=\"font-size: x-small;\"><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\"><\/span><span class=\"tm6\"> (Lohse-Stiftung 2002, S. 54).<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\">Da dieses Verfahren von Lohse z.T. auch in der k\u00fcnstlerischen Druckgrafik angewendet wurde, hatte dies Folgen f\u00fcr den traditionellen Begriff \u201eOriginal\u201c in der Druckgrafik. Unter \u201eOriginalblatt\u201c verstand man bisher, dass der K\u00fcnstler den Druckstock eigenh\u00e4ndig herstellt und durch pers\u00f6nliche Unterschrift jeden Abzug dokumentiert. Felix Brunner stellt dazu im \u201eHandbuch f\u00fcr Druckgrafik\u201c 1962 fest: <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm7\">Bei den Malern, die sich der sogenannten konkreten Richtung zuz\u00e4hlen, ist der Begriff \u201aOriginal\u2018 bereits an und f\u00fcr sich problematisch geworden. In den konstruktivistischen Werken dieser K\u00fcnstler wird die Handschrift, der pers\u00f6nliche Ausdruck als subjektivistisch vermieden. Die Auseinandersetzung mit dem Material fehlt weitgehend. Das Werk existiert nach van Doesburg schon vor seiner Ausf\u00fchrung vollst\u00e4ndig in der Vorstellung des Erfinders. Die Ausf\u00fchrung kann von jedem geschickten Handwerker besorgt werden, ohne dass dabei etwas verloren ginge. Man muss ihm zu diesem Zweck nur einen Plan in die Hand geben, den er verstehen kann. \u201aOriginal\u2018 ist hier nicht das Werk, sondern die Konstruktion, die Erfindung, die man, \u00e4hnlich wie ein Patent, sch\u00fctzen lassen kann. Die Unterschrift unter dem Kunstgegenstand will dann sagen, dass dieser Gegenstand auf Grund eines Lizenz- oder Verlagsvertrags mit seiner Einwilligung hergestellt und in den Handel gebracht wurde&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (Brunner 1962, S. 28).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Wie schmal der Grat ist, auf dem eine solche Diskussion um Originalit\u00e4t, Authentizit\u00e4t und Autonomie von Kunstwerken gef\u00fchrt wird, zeigen u.a. die Aussagen von Walter Benjamin (1963) in seinem Buch \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c oder die Analysen von Adorno\/Horkheimer (1947\/1969) zur Kulturindustrie. So weisen sie einerseits auf die dominante Kommerzialisierung der Gesellschaft hin, in der l\u00e4ngst auch Kunstwerke zu lukrativen Tauschobjekten mit Warencharakter werden und andererseits auf die Produktionsbedingungen, durch die Kunstwerke entstehen, die immer dann (noch) ein <span style=\"font-size: medium;\"><em>\u201eautonomes Wesen\u201c (Adorno 2004, S. 203)<\/em><\/span> auszeichnen kann, wenn sie <\/span><span class=\"tm6\"><em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">den Warencharakter der Gesellschaft allein dadurch schon verneinen<\/span><span class=\"tm6\">, <\/span><span class=\"tm7\">da\u00df sie ihrem eigenen Gesetz folgen<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (Horkheimer\/Adorno 2008, S. 166). <\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Auf dem Hintergrund seiner k\u00fcnstlerischen und werbegrafischen Sozialisation ist es verst\u00e4ndlich, dass Lohse das Berufsfeld der Gebrauchs -und Werbegrafik differenzierter bewertete als viele zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler. Gleichzeitig sah er es als Verpflichtung an, seine differenzierende Position auch durch umfangreiche kunst- und kulturgeschichtliche Untersuchungen zu begr\u00fcnden. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Besonders erw\u00e4hnenswert ist seine gr\u00f6\u00dfere Abhandlung \u201eDer Einfluss der modernen Kunst auf die zeitgen\u00f6ssische Grafik\u201c in der Zeitschrift \u201eNeue Grafik\u201c 1958. Relevant ist dort f\u00fcr ihn vor allem die Entwicklung des Kubismus und Futurismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre gro\u00dfe Bedeutung lag f\u00fcr Lohse darin, dass sie eine Relativierung naturalistischer Vorbilder und eine neue Raumvorstellung vorbereiteten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><em>\u201e<\/em><\/span><span class=\"tm6\"><\/span><em><span class=\"tm7\">Anstelle der kompakten r\u00e4umlichen Masse tritt ein vielschichtig strukturierter Ablauf&#8230; wobei Mensch, Tisch, Notenbl\u00e4tter, Gl\u00e4ser, Zeitungen. Spielkarten, Musikinstrumente usw. den Vorwand zu einer rigorosen und radikalen Struktur<span style=\"font-size: medium;\">\u201c (Lohse 1958 in Holz u.a. 2002, S. 121) <\/span><\/span><\/em><span class=\"tm7\">b<\/span><span class=\"tm7\">ilden. <\/span><span class=\"tm6\">Zukunftsweisend f\u00fcr die Typographie und Grafikentwicklung erweist sich auch die Einf\u00fcgung von <\/span><span class=\"tm6\">Buchstaben bei der Bildmontage, wodurch<\/span><em><span class=\"tm7\"> \u201eeine neue Kunstform geschaffen [wurde]. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kunst werden Elemente der allt\u00e4glichen banalen Wirklichkeit als bildnerisches Mittel verwendet. In einem v\u00f6llig anderen Sinn und auf einer anderen geistigen und k\u00fcnstlerischen Ba<span style=\"font-size: medium;\">sis\u201c (ebd. S.121).<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bestimmten zun\u00e4chst gemalte Buchstaben das Bild, werden sie mit der Epoche der Collages bewusste Montageelemente, erg\u00e4nzt durch Zeitungsausschnitte, Kinoplakate etc. Entscheidend ist, dass mit dieser Ber\u00fccksichtigung von realistischen Alltagsgegenst\u00e4nden die Kubisten<\/span><em><span class=\"tm7\"> \u201ekeinesfalls ein Panorama der Wirklichkeit wiedergeben (wollen), sondern vielmehr ein solches der Strukturwirklichkeit des Umraume<\/span><\/em><em><span class=\"tm7\">s\u201c (Lose 1958 in Holz u.a. 2002, S. 126<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>). <\/em><\/span><span class=\"tm6\">Durch die dabei entwickelten Montagepraktiken wird f\u00fcr Lohse die zukunftsrelevante Grafikentwicklung vorbereitet<\/span><span class=\"tm7\">: <\/span><span class=\"tm7\"><em>\u201eMit der Geburt der Montageform in der freien Kunst entsteht das Vokabular der Grafik unserer Zeit<\/em><\/span><em><span class=\"tm6\">\u201c (ebd. S. 127).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Aus der historisch systematischen Ableitung ergab sich f\u00fcr Lohse auch eine Absage an eine pluralistische Beliebigkeit in der Grafik. \u00c4sthetische Authentizit\u00e4t und Integrit\u00e4t zeigten sich immer erst dann, wenn den Formen in der Grafik bestimmten Produktionsweisen zugeordnet werden konnten. Bezugnehmend auf den Neoplastizismus und die De Stijl-Bewegung bildeten dabei die Formenelemente wie Rechteck, Kreis etc. in Verbindung mit der dokumentarischen Fotografie, gute Voraussetzungen f\u00fcr einen modernen Stil in der Grafik. Selbstbewusst stellt der ehemalige Grafiksch\u00fcler fest, dass <\/span><span class=\"tm6\"><em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">die grundlegende Arbeit der Z\u00fcrcher Schule der Jahre 1925 bis heute [\u2026] sich als eine ausserordentliche und sichere Basis f\u00fcr die heutige Grafikergeneration erwiesen hat\u201c <\/span><span class=\"tm6\">(ebd. S.149).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Gleichzeitig erkannte Lohse, sensibel f\u00fcr die gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen einer merkantilen Konsumwirtschaft, mit analytischer Sch\u00e4rfe, die Zwitterrolle des modernen Grafikers zwischen k\u00fcnstlerischem Gestaltungsanspruch und marktwirtschaftlichem Erfolg. Anders als noch in Zeiten der Handwerker-Kultur, in der <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">Zeit der Einzelst\u00fccke<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c<\/em>, in der der <em>\u201e<\/em><\/span><span class=\"tm7\"><em>ad\u00e4quate Ausdruck der Symmetrie in der Typografie das Idyll des Kupferstiches war\u201c<\/em>, <\/span><span class=\"tm6\">ist der Gebrauchsgrafiker jetzt<\/span><span class=\"tm7\"> &#8222;<\/span><span class=\"tm7\"><em>der Reklameberater, welchem eine wichtige Stellung im Wirtschaftsgef\u00fcge zukommt<\/em><\/span><span class=\"tm6\"><em>\u201c (ebd. S. 157)<\/em><\/span><span class=\"tm6\">. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Dabei ist es nicht einfach, zwischen dem <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">Lockruf nach wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Geltung\u201c <\/span><\/em><span class=\"tm6\">und Selbstverpflichtung eines<\/span><em><span class=\"tm7\"> \u201eprogressiven Formenvokabulars<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c<\/em>, einen ethisch verantwortbaren Mittelweg zu finden, denn \u201e<\/span><em><span class=\"tm7\">der Berufsstand des Grafikers steht und f\u00e4llt mit der Konjunktur oder der Krise<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c (ebd. S.158)<\/em><\/span><span class=\"tm6\">. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Falsch w\u00e4re es aber, im Wissen um dieses Dilemma sich aus k\u00fcnstlerischer Perspektive aus dem Arbeitsfeld zur\u00fcckzuziehen, wie es <\/span><span class=\"tm6\"><em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">die h\u00f6hnische Ablehnung vieler der jungen Malergeneration erkennen l\u00e4sst, die [\u2026] beg\u00fcnstigt von einer merkantilistischen Gesellschaft gleichsam als Antipode gegen\u00fcber der Forderung einer verantwortlichen Kunst auftritt<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (ebd. S. 159).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Im Gegensatz zu einer solchen weitverbreiteten restaurativen Trennung von K\u00fcnstler und Grafiker war es f\u00fcr den immer gesellschaftspolitisch denkenden Lohse wichtig, aus dem Wissen um die Bedingungen der modernen technisierten Welt einen Berufsstand des Grafikers zu unterst\u00fctzen, der sich zu seiner Verantwortung bekennt, denn <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">wenn wir uns der tiefer liegenden Verflechtung von Wirtschaft und menschlicher Existenz bewusst sind, wird uns mit Vehemenz deutlich , welche Verantwortung dem Grafiker, analog dem Architekten und Designer, als Formgestalter und Propagandist f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf innerhalb dieser Wirtschaftsform au<\/span><\/em><em><span class=\"tm7\">ferlegt ist&#8220;<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em> <\/em><em>(ebd. S. 159-160).<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\">Lohse war mit diesem Anspruch \u00fcber ein halbes Jahrhundert, neben seiner k\u00fcnstlerischen Arbeit als Gebrauchsgrafiker, in verschiedenen Wirtschaftsbereichen t\u00e4tig, wie z.B. Verlage, B\u00fccher, Periodika\/Industrie und Baugewerbe\/Gartenbau\/M\u00f6bel\/Druckgewerbe\/Verkauf und Dienstleistung\/Ausstellungen und Messen\/Kulturelle Institutionen\/Politische Institutionen\/Plakate sowie Eigentypologie. Dazu hier einige Beispiele:<br \/><\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;1580px&#8220; custom_padding=&#8220;30px||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_margin=&#8220;|auto|1px|421px||&#8220; custom_padding=&#8220;0px||1px|3px||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text module_id=&#8220;ZK9&#8243; module_class=&#8220;text-anchor-offset&#8220; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; min_height=&#8220;1354px&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Musik und Tanz<\/span>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium; color: #07a1e2;\"><strong><span class=\"tm6\">Die Musik war f\u00fcr die Z\u00fcrcher Konkreten aus traditioneller Sicht nicht interessant. Sie sahen vielmehr das Notensystem mit seinen geringen Elementen und gleichzeitig unendlich erscheinenden Variationsm\u00f6glichkeiten als ein Modell f\u00fcr die eigenen Bem\u00fchungen an, ein elementares \u201enaturunabh\u00e4ngiges, geistiges\u201c Fundament f\u00fcr die Kunst zu schaffen.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #07a1e2; font-size: medium;\"><strong>read more:<\/strong><strong><span class=\"tm6\"><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Ein Beispiel daf\u00fcr ist Bills schon zitierte Einsch\u00e4tzung der Bach\u2019schen Fuge, die hier noch einmal zitiert wird: <em>\u201e<\/em><em><span class=\"tm7\"><\/span><\/em><span style=\"font-size: medium;\"><em><\/em><\/span><\/span><em><span class=\"tm7\">diese musikalische form beruht nicht auf naturerscheinungen, sondern ist die rein geistige sch\u00f6pfung des themas, welches durch phantasievolle , plan- und gesetzm\u00e4\u00dfige bearbeitung verwandelt und gesteigert wird, und dadurch die der musik eigene wirkung eines totalen ablaufs innerhalb von raum und zeit, vollendet entstehen l\u00e4sst&#8220; <\/span><span class=\"tm6\">(Bill 1936, 1944, 1946, S. 29 in: Riese 2008, S. 203).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\">Deutlich zeigt sich, dass nicht die semantischen und pragmatischen Bedeutungen des musikalischen Aussagesystems, sondern der Blick auf die \u201eSyntax\u201c der Musik zu analogen Struktur\u00fcberlegungen anregen sollte. Unklar bleibt dabei, inwieweit die Z\u00fcrcher Konkreten Kontakte zu jenen Musikern hatten, die sich zum Teil zeitgleich um eine nicht-mimetische neue Musikform bem\u00fchten, wie z.B. Arnold Sch\u00f6nberg und Anton Weber u.a. mit ihren 12-Ton-Kompositionen. Welche wechselseitigen Anregungen sich daraus u.U. h\u00e4tten entwickeln k\u00f6nnen, zeigte Michael Parsons als Musiker und Komponist auf dem Kolloquium \u201eMusik und konkrete Kunst\u201c 2000 in Erfurt in einer Vergleichsanalyse:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<span class=\"tm7\"><\/span><\/span><span class=\"tm7\">Musik findet zeitlich statt, w\u00e4hrend die Elemente eines gestalteten Werks der darstellenden und bildenden K\u00fcnste gleichzeitig r\u00e4umlich pr\u00e4sent sind. Visuelle Wahrnehmung ist aber auch ein zeitlicher Prozess: wir verschaffen uns einen Eindruck von einem Werk der bildenden Kunst als Ganzes, indem wir seine Bestandteile der Reihe nach und im Wechsel vergleichen; [\u2026] Ein Werk der bildenden Kunst kann konkrete Spuren des zeitlichen Prozesses seiner eigenen Gestaltung aufweisen. [\u2026] Sch\u00f6nberg beschrieb die Beziehung zwischen Zeit und Raum in der Musik wie folgt: \u201aMusik ist eine Kunst, die zeitlich stattfindet. Aber die Art und Weise, auf die das Werk sich selbst dem Komponisten pr\u00e4sentiert [\u2026] ist davon unabh\u00e4ngig; Zeit wird als Raum betrachtet. Durch das Niederschreiben des Werkes wird Raum in Zeit verwandelt. Der Zuh\u00f6rer erlebt dies andersherum; erst nachdem das Werk zeitlich abgelaufen ist, kann man es als Ganzes sehen&#8220;<\/span><span class=\"tm6\"> (Parsons 2001, S. 30).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm6\">Entscheidend ist, dass die F\u00e4higkeit, <em>\u201e<\/em><\/span><em><span class=\"tm7\">Erfahrungselemente zu vergleichen und im Zusammenhang zu sehen, zu ordnen und auszuw\u00e4hlen\u201c <\/span><\/em><span class=\"tm6\">immer in einem geistigen oder kognitiven Raum stattfindet, und dadurch<\/span><em><span class=\"tm7\"> \u201eentwickelt sich das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ein Musikst\u00fcck; eine Folge von Ereignissen wird im Kopf als Ganzes erfasst [\u2026]. Auf diese Weise macht man sich ein r\u00e4umliches Bild des Werkes; die Erfahrung von Raum und Zeit bildet ein ganzes, und beide Aspekte k\u00f6nnen nicht voneinander<\/span><span class=\"tm6\"> <\/span><span class=\"tm7\">getrennt werden<\/span><span class=\"tm6\">\u201c (ebd. S. 30).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Anschaulich wird dies am Beispiel von Sch\u00f6nbergs <\/span><em><span class=\"tm7\">Suite f\u00fcr Klavier Opus 25<\/span><\/em><span class=\"tm6\">, die er 1921 und 1923 mit Bezug auf seine neu formulierte Zw\u00f6lftontechnik geschrieben hatte, und auf die Parsons n\u00e4her eingeht. Gleichzeitig wird man bei der Werkanalyse an Lohses Beschreibungen seiner modularen und seriellen Ordnungen erinnert: <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<span class=\"tm7\"><\/span><\/span><span class=\"tm7\">Alle sechs St\u00fccke basieren auf derselben Reihe von 12 T\u00f6nen, und sie offenbaren die erstaunliche Vielfalt der thematischen und harmonischen Invention, die Sch\u00f6nberg von einer einzigen Reihe und ihren Abwandlungen herleiten konnte. Es werden Umkehrungen und r\u00fcckl\u00e4ufige Formen der urspr\u00fcnglichen Reihe verwendet&#8220; <\/span><span class=\"tm6\">(ebd. S. 30).<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Noch deutlicher als bei Sch\u00f6nberg zeigt sich die enge Beziehung von konstruktiv-konkreter Kunst und Zw\u00f6lftonmusik bei Anton Weberns Gedanke der <\/span><span class=\"tm7\"><em>Spiegelsymmetrie<\/em>,<\/span><span class=\"tm6\"> die sich besonders bei seinen <\/span><em><span class=\"tm7\">Variationen f\u00fcr Klavier Opus 27<\/span><\/em><span class=\"tm6\"> zeigen, worauf Parsons noch einmal hinweist:<br \/><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span class=\"tm6\">\u201e<\/span><span class=\"tm7\">Das Verstehen der Zeitsymmetrie in Weberns Variationen f\u00fcr Klavier scheint von einer r\u00e4umlichen Analogie abzuh\u00e4ngen. Die zeitliche Klangfolge wird wie ein Gegenstand im Raum behandelt. Die Symmetrie der Tonfolge und ihre r\u00fcckl\u00e4ufige Form wird als r\u00e4umliche Spiegelung behandelt. Der Gedanke der Spiegelsymmetrie ist derselbe wie bei den bildenden K\u00fcnsten, aber die Art und Weise wird in der Musik anders wahrgenommen<\/span><\/em><span class=\"tm6\"><em>\u201c (ebd. S. 31).<\/em> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Weberns Ziel war es, so viele Verbindungen wie m\u00f6glich zu schaffen, wobei nach Parsons die folgende Wortkomposition die klangliche Kompositionsstruktur visuell erkennen l\u00e4sst: <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><\/span><span class=\"tm7\"><em>S A T O R<\/em> \u00a0 \u00a0\u00a0 <\/span><span class=\"tm6\">Bei dem W\u00f6rterblock ergibt sich waagerecht oder senkrecht, vorw\u00e4rts oder <br \/><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><em>A R E P O<\/em> \u00a0 \u00a0\u00a0 <\/span><span class=\"tm6\">r\u00fcckw\u00e4rts gelesen, dieselbe Buchstabenanordnung. Die visuelle Symmetrie<br \/><\/span><span class=\"tm7\"><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><em>T E N E T<\/em> \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><span class=\"tm6\">ist offensichtlicher als die klangliche, was deutlich wird, wenn die<br \/><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\"><em>O P E R A<\/em> \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Wortfolgen laut gelesen werden<\/span><span class=\"tm7\">. <em>\u201eDasselbe trifft auf den Unterschied zwischen <\/em><br \/><\/span><\/span><em><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">R O T A S \u00a0 \u00a0 \u00a0dem Ansehen von Noten und dem H\u00f6ren der Musik, wie sie bei der Auff\u00fchrung <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">klin<\/span><span class=\"tm7\">gt\u201c<\/span><span class=\"tm6\">(Parsons 2001, S. 31).<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\"><span class=\"tm6\">Dies Beispiel zeigt, welches Gestaltungspotential sich fast zeitgleich in den Bereichen Kunst, Musik und Sprache zwischen den zwei Weltkriegen und in den Nachkriegsjahren entwickelte, ohne dass die Zeit ausreichte bzw. in den einzelnen Disziplinen schon reif war, um daraus jenen grenz\u00fcberschreitenden Blick zu entwickeln, durch den tieferliegende Gemeinsamkeiten elementarer Begr\u00fcndungsbem\u00fchungen h\u00e4tten vertieft und weiter entwickelt werden k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_padding=&#8220;30px||0px|||&#8220;][et_pb_row module_id=&#8220;Oeuvre10&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243; custom_margin=&#8220;|auto||auto|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.26.6&#8243;]<\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Literatur<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Adorno, Theodor (1963\/2004): Re\u2019sume\u2018 \u00fcber Kulturindustrie (1963) In: Pias,C. u.a. (Hg.): Kursbuch <\/span><span class=\"tm6\">Medienkultur. Die ma\u00dfgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard. M\u00fcnchen S. 202 \u2013 208.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Adorno, Theodor\/Horkheimer, Max (1947\/1969): Dialektik der Aufkl\u00e4rung. Frankfurt\/Main. <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Albrecht, Hans Joachim (2002): Richard Paul Lohse. Modulare und Serielle Ordnungen. In:\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Linschinger, J. (Hg.): HOMAGE A RICHARD PAUL LOHSE. Wien\/ Klagenfurt, S.64 \u2013 99.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Amman, Jab-Christophe (1971): Ein Dossier \u00fcber Richard Paul Lohse. In: Kunstnachrichten 8 Jg. Heft\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">3, 11. Luzern.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Benjamin, Walter (1963): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.\u00a0<\/span>Frankfurt\/M.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bense, Max (1949): Technische Existenz. Stuttgart.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bense, Max (1954): \u00c4sthetika I. Metaphysische Beobachtungen am Sch\u00f6nen. Stuttgart.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bense, Max ( ): \u00c4sthetika II. <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bense, Max (1958): \u00c4sthetika III. \u00c4sthetik und Zivilisation. Theorie und \u00e4sthetische Zivilisation.\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Krefeld\/Bbaden.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bense, Max (1956). Kunst in der k\u00fcnstlichen Welt. In: Werk und Zeit, 5. Jg. Nr. 11 Sonderbeilage.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bense, Max (1962): theorie der texte. Eine Einf\u00fchrung in neuere Auffassungen und Methoden. K\u00f6ln.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bense, max (1979): Das Auge Epikurs. Indirektes \u00fcber Malerei. Stuttgart 1979.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bense, Max\/ Walter, Elisabeth (Hg.) (1965 u. 1970): konkrete poesie international, rot Nr. 21 u. 41.\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Stuttgart 1965 u. 1970.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bill, Max (1949): die mathematische denkweise in der kunst unserer zeit. In: Weinberg-Staber, M.\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">(Hg.) (2001): Konkrete Kunst. Manifeste und K\u00fcnstlertexte. Z\u00fcrich 2001, S. 76 \u2013 84. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bill, Max (1949): Sch\u00f6nheit aus Funktion und als Funktion. Vortrag auf der Werkbundtagung Basel.\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">1948 In: Werk Nr. 8 Winterthur 1949.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bill, Max (1955): Rede anl\u00e4\u00dflich der Einweihung der HfG Ulm 2.10. 1955 SUE 300 (II 001, Nr. 31).\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">In: von Seckendorf 1989 Marburg S. 175.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bill, Max (1956): Umweltgestaltung nach morphologischen Methoden. In: Werk und Zeit\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Nr. 11\/ 1956, 4.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Bill, Max (1978): Feststellungen. In: Holz, Hans Heinz: Seins- Formen. \u00dcber strengen Konstruktivismus\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">in der Kunst. Bielefeld.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Bill, Max (1979): Leben und Lernen am Bauhaus. In: Form und Zweck 3, 1979.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Brunner; Felix (1962): A Handbook of Graphic Reproduction Processes. Dt. Handbuch der Druckgrafik\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">(Arthur Niggli) Teufen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Can, Safive\/ Kr\u00e4tzer, J\u00fcrgen (Hg.) (2018): Das Wort beim Wort nehmen. Konkrete und andere\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Spielformen der Poesie Bd. 1 u. 2. In: die horen. Zeitschrift f\u00fcr Literatur, Kunst und Kritik. Bd. 271<\/span>\u00a0u. 272. G\u00f6ttingen.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Fischer, Wend (1957): Die Kunst des 20. Jahrhunderts. Bau, Raum, Ger\u00e4t. M\u00fcnchen.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Glasmeier, Michael (1987): buchst\u00e4blich w\u00f6rtlich w\u00f6rtlich buchst\u00e4blich. Berlin.<\/span><span class=\"tm6\"> <br \/><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Gomringer, Eugen (1954): vom vers zur konstellation (Manifest) In: www. eugen-gomringer-<\/span><span class=\"tm6\">hrsg. konkrete poesie (12. 11. 2018, S. 8).<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Gomringer, Eugen (1958): Die Einheit der Gestaltprinzipien. Festschrift max bill. In: Holz u.a. (Hg.)\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">(2002): Lohse lesen. Texte von Richard Paul Lohse. Z\u00fcrich. S. 73 \u2013 74.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Gomringer, Eugen (Hg.) (1972\/2001): konkrete poesie: deutschsprachige autoren. Stuttgart\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">(2. Auflage 2001).<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Gomringer, Nora (2011): Gedichtanalysen 2.0. Ich werde etwas mit der Sprache machen. Gomringer<\/span><span class=\"tm6\">\u00a0zum 85. Geburtstag. <br \/><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Holz, Hans Heinz (1972): Vom Kunstwerk zur Ware. Studie zur Funktion des \u00e4sthetischen\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Gegenstandes im Sp\u00e4tkapitalismus. Neuwied\/ Berlin.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Holz, Hans Heinz (1973). Zum Problem der Formalisierbarkeit von Bildgestalten. In: Gomringer, E. u.a.\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Richard Paul Lohse. Modulare und Serielle Ordnungen. Schauberg\/K\u00f6ln: Du Mont S. 13 \u2013 17.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Holz, Hans Heinz (1996): Philosophische Theorie der bildenden K\u00fcnste Bd. I. Der \u00e4sthetische\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Gegenstand. Bielefeld.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Holz, Hans Heinz (2001): Seins-Formen. \u00dcber strengen Konstruktivismus in der Kunst. Bielefeld. <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Holz, Hans Heinz\/ Lohse, Johanna James\/ Markun, Silvia (Hg.) (2002): Lohse lesen. Texte von Richard\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Paul Lohse. (Studienbuch\/Stiftung f\u00fcr konstruktive und konkrete Kunst) Z\u00fcrich.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Kopfermann, Thomas (Hg.) (1974): Theoretische Positionen zur konkreten Poesie. Texte und<\/span>\u00a0Bibliographie. T\u00fcbingen.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Kunstverein f\u00fcr die Rheinlande und Westfalen, D\u00fcsseldorf (1968): max bill. malerei und plastik<\/span>\u00a01928 \u2013 1968. D\u00fcsseldorf.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse, Richard Paul (1958): Der Einfluss der modernen Kunst auf die zeitgen\u00f6ssische Grafik. In:<\/span>\u00a0Holz u.a. (2002): Lohse lesen S. 120 \u2013 156.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse, Richard Paul (1959): Zur soziologischen Situation des Grafikers. In: Holz u.a. (2002):<\/span>\u00a0Lohse lesen S. 157 \u2013 160.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse, Richard Paul (1962): Standard, Modul, Serie: Neue Probleme und Aufgaben der Malerei.<\/span>\u00a0In: Holz u.a. (2002): Lohse lesen S. 225 \u2013 255.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse, Richard Paul (1973): Normung als Strukturprinzip. Rede anl\u00e4sslich der der Verleihung des\u00a0<\/span><span class=\"tm6\">Kunstpreises der Stadt Z\u00fcrich (3.11. 1973). In: Holz u.a. (2002): Lohse lesen S. 2006 \u2013 217.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Lohse, Richard Paul (1980): Grundlagen und Bedeutung der konstruktiven Kunst. In: Holz u.a.<\/span><span class=\"tm6\">\u00a0(2002): Lohse lesen S. 83 \u2013 92.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Parsons, Michael (2002): Vortrag mit Konzertbeispielen. In: FORUM KONKRETE KUNST e.V.<\/span><span class=\"tm6\">\u00a0(Red.Bierwisch, H.): \u201eMusik und Konkrete Kunst\u201c. Erfurter Kolloquium 14. -16. 12. 2000.\u00a0<\/span>Dokumente und Ergebnisse. Schriftenreihe 4 Erfurt. S. 29 \u2013 32.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Pignatari, Decio (1955): Pilot plan for concrete poetry. In: www. planetlyrik. de, eugen-gomringer<\/span><span class=\"tm6\">\u00a0hrsg. konkrete poesie (12. 11. 2018).<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Richard Paul Lohse \u2013 Stiftung (1999): Richard Paul Lohse: Konstruktive Gebrauchsgrafik. (Bearb. von<\/span>\u00a0Bignens, Ch.\/ St\u00fcrzebecher, J.) Ostfilden-Ruit.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm6\">Richard Paul Lohse \u2013 Stiftung (2002): Konstruktive Gebrauchsgrafik. Drucke \/ Prints deutsch u.<\/span>\u00a0englisch (Texte von Holz,H.H. \/ Bignens, Ch.\/ St\u00fcrzenbecher , J.\/ Stetzer,B. \/ u.a.) Ostfilden \u2013 Ruit.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Spies, Werner (1986): Kontinuit\u00e4t. Granit-Monolith von Max Bill. Frankfurt\/Main.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Staber, Margrit (Hg.) (1966): Konkrete Kunst. Serielles Manifest XI. St. Gallen.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">von Seckendorff, Eva (1989): Die Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Ulm. Marburg. <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Weinberg-Staber, Margrit (Hg.) (2001): Konkrete Kunst. Manifeste und K\u00fcnstlertexte. Z\u00fcrich.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\">Wittgenstein, Ludwig (1967): Philosophische Untersuchungen. Frankfurt\/Main.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\"><span class=\"tm6\" style=\"font-size: medium;\"><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span class=\"tm6\">Weitere Literatur<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Bucher, A. (1990): spirale: Eine K\u00fcnstlerzeitschrift 1953 \u2013 1964. Baden.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Gerstner, M. (1957): Kalte Kunst? Zum Standort der Heutigen Malerei. Teufen.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Gomringer, E. \/ Hol, H.H. u.a. (1973): Richard Paul Lohse. Modulare und serielle Ordnungen. K\u00f6ln. <\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span class=\"tm7\">Rotzler, W.\/ Weinberg-Staber, M. (Einf\u00fchrung): Konstruktive Form. Aspekte der geometrischen<\/span>\u00a0Kunst. Katalog. Ausstellung des Schweizerischen Bankvereins. Basel.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal tm5\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"tm7\" style=\"font-size: medium;\">Staber, M. (1971): Max Bill. St. Gallen.<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mephistos Werkstatt, Hamburg, \u201e4 Z\u00fcrcher Konkrete\u201c, 1976, 80 x 60 cm, Farbsiebdruck, \u201eF\u00fcnfzehn vertikale systematische Farbreihen mit richtungsgleicher Diagonalf\u00fchrung\u201c, 1975, (Blatt 6 aus Portfolio: \u201e3 Modulare Ordnungen \u2013 3 Serielle Ordnungen\u201c)Steckbrief Z\u00fcrcher Konkrete Im Anschluss an die Kunstausstellung 1936 in Z\u00fcrich \u201e Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik\u201c bildete sich die \u201e Z\u00fcrcher Schule [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-2098","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2098"}],"version-history":[{"count":121,"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2098\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3493,"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2098\/revisions\/3493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stiftung-kkk-vg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}