Hommage an Ilse Leda und VG

Eine Hommage für Ilse Leda und Vordemberge-Gildewart
Tanzperformance von Erneste Junge im Kunstraum hase 29

Die Tänzerin Ilse Leda und der konstruktivistische Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart waren ein Traumpaar der Avantgarde. Sie lebten den Traum einer neuen Freiheit der Kunst, blieben sich auch im Exil treu. Jetzt setzt die Osnabrücker Tanzkünstlerin Erneste Junge ihr Wirken als Tanzperformance in Szene.

Gemeinsam mit dem Cellisten Willem Schulz will Erneste Junge jenen Raum der Kreativität, den Ilse Leda und Friedrich Vordemberge-Gildewart aufspannten, mit ihrer Performance „Abstraktion/Expression“ neu durchmessen. Der ungewöhnliche „Pas de deux“ von Bewegung und Musik soll an drei Abenden im Osnabrücker Kunstraum hase 29 jeweils am 20., 21. und 22. Februar in Szene gesetzt werden.

Ilse Leda und Friedrich Vordemberge-Gildewart lernten sich in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Hannover kennen. Vordemberge-Gildewart fand mit seiner ersten Ausstellung 1924 zu seiner charakteristischen Bildsprache einer ebenso intellektuellen wie sinnlichen Konkreten Kunst, Ilse Leda folgte mit ihrer Tanzausbildung jener Bewegung eines neuen Ausdruckstanzes, den Mary Wigman in ihrer Heimatstadt Hannover auf den Weg gebracht hatte.

Die beiden jungen Künstler etablierten einen intensiven kreativen Austausch von Tanz und Kunst, der bislang zu wenig Beachtung fand. Mit der Ausstellung „KörperGeomterie“ hat das Museum Wiesbaden gerade auf diese Zusammenarbeit aufmerksam gemacht und zu diesem Thema einen Katalog gleichen Titels herausgebracht.
Die Osnabrücker Tänzerin Erneste Junge nimmt diese neue Sichtweise auf und übersetzt sie in eine eigene Tanzkreation in der Nachfolge Ilse Ledas. Mit dem von der Treuhandstiftung „kunst.konkret.konstuktiv – vordemberge-gildewart“ initiierten Projekt soll die Kunstsprache der Avantgarde des 20. Jahrhunderts in die heutige Zeit übertragen werden. Erneste Junge und Willem Schulz agieren auf der Bühne, die Fotografin Maria Otte trägt Fotocollagen bei. Manfred Pomorin besorgt Regie und Technik der Produktion.

Bei einer bloßen Anspielung auf den 1899 in Osnabrück geborenen Friedrich Vordemberge-Gildewart soll es dabei nicht bleiben. Während der Aufführung der Tanzperformance sollen eine ganze Reihe der Gemälde des Künstlers in Projektionen zu sehen sein. Tanz und Kunst: Der Kunstraum hase 29 wird mit dem Projekt zum Schauplatz einer neuen Allianz der Künste avancieren.

Die gemeinsame Veranstaltung der Treuhandstiftung „kunst.konkret.konstuktiv – vordemberge-gildewart“ und des Kunstraums hase 29 findet am Freitag, 20. Januar 2026, um 19:30 Uhr, am Samstag, 21. Januar 2026, ebenfalls um 19:30 Uhr und am Sonntag, 22. Februar 2026, um 18 Uhr im kunstraum hase 29, Hasestr. 29/30, 49074 Osnabrück statt.
Karten zum Preis von 18,50 Euro beziehungsweise 14 Euro (ermäßigt) sind im Ticketshop der Lagerhalle (www.panto-mime.de/performance) und in der NOZ-Geschäftsstelle, Große Straße 17-19, 49074 Osnabrück, und an der Abendkasse zum Preis von 20 Euro beziehungsweise 15 Euro (ermäßigt) zu erhalten.

Die Produktion wird von der Stadt Osnabrück, vom Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. und von der Lagerhalle unterstützt.

Ein frischer Blick auf Friedrich Vordemberge-Gildewart – Neuer Stiftungsvorstand nimmt seine Arbeit auf

Ein frischer Blick auf Friedrich Vordemberge-Gildewart – Neuer Stiftungsvorstand nimmt seine Arbeit auf

Osnabrück. Neue Kulturprojekte sollen die Auseinandersetzung mit Person und Werk des Osnabrücker Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart intensivieren. Dafür setzt sich der neue Vorstand der Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv vordemberge-gildewart in Osnabrück ein.

„Wir bieten neue Blicke auf Friedrich Vordemberge-Gildewart an. Als einer der wichtigsten Vertreter der konstruktiven Kunst des 20. Jahrhunderts lohnt Vordemberge-Gildewart immer wieder die Entdeckung“, sagt Stefan Lüddemann, Vorsitzender des neu gewählten Vorstandes der Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv – vordemberge-gildewart. Er kündigte Kulturprojekte an, die neue Perspektiven auf das Werk des Künstlers eröffnen sollen.

Zu den Projekten des Stiftungsvorstandes zählen eine Ausstellung mit Fotos Vordemberge-Gildewarts, ein Tanzprojekt der Osnabrücker Tänzerin Erneste Junge und ein Symposium, das Vordemberge-Gildewart als Figur der internationalen Kunstszene neu verorten soll. Diese und weitere Projekte werden nach den Worten von Lüddemann die Potenziale aufzeigen, die das Werk des Künstlers weiter bietet.

Im Rahmen der neuen Projekte soll das Werk Vordemberge-Gildewarts auch im Rahmen des „Tages der Niedersachsen“ vom 29. bis zum 31. August 2025 in Osnabrück mit Publikumsangeboten erlebbar gemacht werden.

Zu dem neu gewählten Stiftungsvorstand gehören neben Stefan Lüddemann der stellvertretende Vorsitzende Dr. Hans Peterse sowie die Mitglieder Gabriele Grosser, Marita Hopster-Siebert,  Bert Karrasch, Niklas Sievert und Torsten Wächter.

Der Vorstand dankt Dr. Siegfried Hoffmann, der den Vorsitz der Treuhandstiftung seit ihrer Gründung 2018 innehatte. „Siegfried Hoffmann hat Friedrich Vordemberge-Gildewart überhaupt wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt und wichtige Impulse gesetzt“, würdigt Stefan Lüddemann die Arbeit Hoffmanns, der den neuen Vorstand als beratendes Mitglied unterstützt.

Die Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv – vordemberge-gildewart ist eine unselbständige Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Osnabrück. Sie initiiert Projekte zu Person und Werk Friedrich Vordemberge-Gildewarts.

Zu ihren Aktivitäten gehörten zuletzt eine Ausstellung zum hundertjährigen Jubiläum der ersten Einzelschau Friedrich Vordemberge-Gildewarts 1924 in Hannover sowie ein Symposium über das Werk des Künstlers. Beide Projekte sind in Osnabrück mit Unterstützung der Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur verwirklicht worden.

Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962) hat als wichtiger Vertreter des Konstruktivismus und der Konkreten Kunst die Kunst des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgestaltet. Der aus Osnabrück stammende Künstler ging nach einer Tischlerlehre nach Hannover, wandte sich im Umfeld der Kestner-Gesellschaft der Konstruktiven Kunst zu und wurde Mitglied von De Stijl und anderer wichtiger Künstlergruppen. Von den Nationalsozialisten verfemt lebte Vordemberge-Gildewart ab 1938 in Amsterdam im Exil. Max Bill berief ihn 1954 an die Hochschule für Gestaltung in Ulm. Vordemberge-Gildewart starb dort 1962.

Bildunterschrift

Aktiv für das Werk Friedrich Vordemberge-Gildewarts: Der neue Vorstand der Treuhandstiftung kunst.konkret.konstruktiv – vordemberge-gildewart präsentiert sich im VG-Haus in der Osnabrücker Altstadt mit seinen Mitgliedern Marita Hopster-Siebert, Torsten Wächter, Stefan Lüddemann, Niklas Sievert, Bert Karrasch, Hans Peterse und Gabriele Grosser (von links). Foto: Hermann Pentermann